Schüler arbeiten in einer Unterrichtsstunde mit Tablets.

Durch zunehmende Probleme in Mathe, bei der Rechtschreibung und beim Lesen sind die Viertklässler heute im Vergleich zu vorherigen Jahrgängen in ihren Leistungen deutlich zurückgefallen.

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Der Norden

Schlechter Bildungstrend: Niedersachsen liegt im Mittelfeld

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Von nord24
7. Dezember 2022 // 08:47

Der Bildungstrend zeigt bundesweit nach unten, und Niedersachsen ist im Ländervergleich nur Mittelmaß: Kultusministerin Hamburg kündigt Konsequenzen an.

Ursachen suchen

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg hat dazu aufgerufen, nach Ursachen für den schwachen Bildungstrend zu suchen. "Wir werden uns intensiv mit dem schwachen Abschneiden beim IQB-Bildungstrend auseinandersetzen und damit beschäftigen müssen, wie es sein kann, dass Kinder die Grundschule verlassen und ein erheblicher Teil nicht wie erforderlich schreiben, rechnen und lesen kann. Wir müssen anerkennen, dass nicht nur Corona zu diesem bundesweiten Trend geführt hat", sagte die Grünen-Politikerin.

Deutlich zurückgefallen

Die Kultusminister kommen am Donnerstag in Berlin zusammen. Dem IQB-Bildungsmonitor für das Jahr 2021 zufolge haben Viertklässlerinnen und Viertklässler in Deutschland zunehmende Rechtschreib-, Lese- und Matheprobleme und sind im Vergleich zu Viertklässlern vor zehn Jahren deutlich zurückgefallen. Niedersachsen landete dabei im Mittelfeld. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) bezeichnete die Ergebnisse der Studie im Oktober als alarmierend.

Erste Konsequenzen

Ministerin Hamburg kündigte auf Landesebene erste Konsequenzen des Bildungstrends an. "Wir werden in Niedersachsen perspektivisch auf jeden Fall die Stundentafel anpassen und dadurch künftig mehr Fachunterricht in den Kernfächern Deutsch und Mathematik anbieten", sagte sie. Dabei mache sich der Fachkräftemangel besonders bemerkbar, weil häufig auch fachfremder Unterricht erteilt werde von Lehrkräften, die das Fach nicht gelernt haben.

Bewegung und Werkunterricht

"Wir wollen aber auch schauen, welches Setting Schülerinnen und Schüler darüber hinaus brauchen, um gut zu lernen. Da geht es zum Beispiel um Bewegung und Werkunterricht, weil gerade Grundschulkinder nicht nur durch Schreiben lernen, sondern durch verschiedene Anregungen für das Gehirn", sagte Hamburg weiter. Zudem werde man schauen, wie die Kitas einen noch besseren Grundstein für die Grundschule legen könnten. (dpa)

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