Das Landgericht Oldenburg hat einen 28-Jährigen verurteilt, der für den Tod seines Vaters verantwortlich ist.

Das Landgericht Oldenburg hat einen 28-Jährigen verurteilt, der für den Tod seines Vaters verantwortlich ist.

Foto: Symbolfoto: Spata/dpa

Der Norden

Totschlag-Prozess nach brutaler Misshandlung: Alkoholiker muss ins Gefängnis

Von nord24
19. Januar 2017 // 16:25

Das Landgericht Oldenburg hat am Donnerstag einen 28 Jahre alten Mann wegen des Todes seines Vaters zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. 

Prügel nach Trinkgelage

Der junge Mann hatte seinen 59-jährigen Vater im Juli vorigen Jahres nach einem Trinkgelage so massiv geschlagen und getreten, dass er an seinen schweren Verletzungen starb. Der Sohn wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Angeklagt war er jedoch wegen Totschlags.

"Fatale Vater-Sohn-Beziehung"

Die Tat sei das Ende einer "fatalen Vater-Sohn-Beziehung" gewesen, sagte Richter Sebastian Bührmann am Donnerstag. Gleichzeitig ordnete er eine zweijährige Unterbringung in einer Entziehungsanstalt für Alkoholiker an. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft, die Verteidigung eine Strafe von drei bis vier Jahren gefordert.

Täter schläft in Wohnung des Opfers

Der Angeklagte soll seinen 59-jährigen Vater nach einem Trinkgelage im Juli 2016 in Oldenburg massiv geschlagen und getreten haben. Dann ließ er ihn laut Anklage schwer verletzt in dessen Wohnung liegen und legte sich selbst in einem Zimmer der Wohnung schlafen.

Notärztin stellt Tod fest

Die vom Sohn erst am nächsten Tag gerufene Notärztin konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Das Gericht geht davon aus, dass der 28-Jährige glaubte, der Vater werde überleben.

Viel Alkohol

Strafmildernd dürfte sich die vermutlich verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit auswirken, da er laut psychiatrischem Gutachter einen Blutalkoholwert zwischen zwei bis drei Promille hatte.

Täter bereut Tat

Der Angeklagte habe zuletzt täglich mindestens acht Flaschen Bier und eine Flasche Wodka getrunken. Der Gutachter empfahl eine Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung zur Entziehung. "Ich bereue die Tat zutiefst", erklärte der 28-Jährige.

21 Brüche an zwölf Rippen

Das Gericht hörte am Donnerstag auch einen Rechtsmediziner, der bei der Obduktion der Leiche massive Verletzungen und innere Blutungen festgestellt hatte. Allein auf der rechten Körperseite habe es an zwölf Rippen 21 Brüche gegeben, wodurch die Lunge schwer verletzt worden sei.

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