Telegram-Chef Pawel Durow ist stolz darauf, nie mit Sicherheitsbehörden oder Staaten zu kooperieren. Hier zeigt er sich den 682.000 Abonnenten seines Instragram-Accounts meditierend vor der Skyline von Dubai.

Telegram-Chef Pawel Durow ist stolz darauf, nie mit Sicherheitsbehörden oder Staaten zu kooperieren. Hier zeigt er sich den 682.000 Abonnenten seines Instragram-Accounts meditierend vor der Skyline von Dubai.

Foto: Screenshot Instagram

Der Norden

Warum der Telegram-Milliardär Hass und Hetze nicht löscht

15. Januar 2022 // 08:00

Der Internetdienst Telegram ist auch ein Hort von Hass und Hetze. Das Programm, keine Panne: Der Telegram-Boss ist gegen Löschen.

Russland verlassen

Erklärbar ist das ist mit der Geschichte des Telegram-Gründers Pawel Durow (37). In Russland baute er mit seinem Bruder Vkontakte auf, gleichsam das russische Facebook. Der russische Staat verlangte von ihm, Seiten von Oppositionellen zu sperren und das Organisieren von Protesten mit Hilfe seines Netzwerkes zu verhindern. Durow weigerte sich, verkaufte Vkontakte aber 2014 - und ging als Milliardär ins Exil.

Alles "Privatsache"

Er ist seither beseelt davon, "einen wirklich freien Messenger zu schaffen“. Alle Chats oder Gruppen sind für Durow "Privatsache der jeweiligen Nutzer" - egal, was dort gepostet wird. Mit Sicherheitsbehörden oder Staaten kooperiert Telegram nie.

Radikale nutzen das

Überwiegend hat der Dienst seriöse Nutzer. Wegen seiner Lösch-Weigerung wird er aber auch von Schwurblern und Radikalen, Dealern und Terroristen genutzt. Deutsche Politiker haben dem den Kampf angesagt. Telegram und Durow aber scheinen nicht fassbar zu sein: Versuche der Bundesrepublik, Telegram in Dubai Mahnbescheide über 55 Millionen Euro zuzustellen, scheiterten bislang.

Eine ausführliche Analyse zu Telegram findet Ihr auf NORD|ERLESEN. Dort seht Ihr auch Beispiele für die Problemseite von Telegram: Fake News, Hass, Gewaltfantasien - alles aus Bremerhavener Telegram-Gruppen.

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