Junge Polizeianwärter sitzen bei einem Festakt zur Vereidigung

Die Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen befürchtet, dass für viele junge Menschen das Arbeitsumfeld nicht mehr attraktiv genug sei.

Foto: Stratenschulte/dpa

Der Norden

Weniger Bewerber bei der Polizei in Bremen und Niedersachsen

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Von nord24
25. Januar 2023 // 10:54

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber bei Bremens und Niedersachsens Polizei ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Zahl wieder rückläufig

In Bremen ist die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen für den Polizeidienst nach einem Höchststand 2019 wieder zurückgegangen. Damals hatte es mehr als 2300 Bewerbungen gegeben. Im Ausbildungsjahrgang 2021/22 waren es dagegen nur etwa 1470 Bewerbungen. Für den noch nicht abgeschlossenen Jahrgang 2022/23 gab es etwa 1500 Bewerbungen. 151 Kommissaranwärter wurden zum 1. Oktober 2022 eingestellt, weitere 79 sollen zum 1. April folgen.

Kaum veränderte Anforderungen

Dabei haben sich die Anforderungen an die Bewerber und Bewerberinnen nach Angaben des Innenressorts in den vergangenen Jahren kaum verändert. Verlangt wird nun eine uneingeschränkte Fahrerlaubnis. Es wurde die Möglichkeit geschaffen, nach einer Berufsausbildung mit mindestens dreijähriger Erfahrung in den Polizeidienst zu wechseln. Von Bewerbern mit ausländischen Schulabschlüssen werden Deutschkenntnisse auf dem Niveau C1 verlangt.

900 Personen im Einstiegsamt

In Niedersachsen waren es im vergangenen Jahr 4339 Bewerberinnen und Bewerber für das sogenannte erste Einstiegsamt des Polizeivollzugsdienstes, wie das Innenministerium in Hannover mitteilte. 2021 lag diese Zahl noch bei rund 4600, 2018 noch bei mehr als 6000. Im vergangenen Jahr haben rund 900 Menschen im ersten Einstiegsamt begonnen.

Geringe Attraktivität des Arbeitsumfelds

Die Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen (GdP) teilte mit: "Wir denken nicht, dass es einen Rückgang an jungen Menschen gibt, die gerne anderen helfen und sich für den Erhalt unserer Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie einsetzen wollen, was immer noch die größte Motivation für den Polizeiberuf ist." Man befürchte allerdings, dass die wahrgenommene Attraktivität des Arbeitsumfeldes im Vergleich zu vielen Alternativen zum Arbeitsmarkt nachlasse. (dpa)

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