Schauspieler Maria Furtwängler und Axel Milberg sitzen im 1000. "Tatort" in einem "Taxi nach Leipzig".

Schauspieler Maria Furtwängler und Axel Milberg sitzen im 1000. "Tatort" in einem "Taxi nach Leipzig".

Foto: Georg Wendt/dpa

Fernsehen

1000. Tatort: Der Mörder sitzt im "Taxi nach Leipzig"

Von Lili Maffiotte
13. November 2016 // 18:03

Der "Tatort" feiert Jubiläum: Der 1000. Film der Kultreihe heißt wie der erste 1970 "Taxi nach Leipzig". In dem Auto arbeiten Axel Milberg als Kieler Kommissar Borowski und Maria Furtwängler als dessen Kollegin Lindholm aus Hannover zusammen - unter Todesangst.

Ein tiefer Blick in die Seele

Auf Seminaren der Polizeiakademien lässt sich viel lernen. Deeskalationstechniken zum Beispiel - also sprachliche Möglichkeiten der Entschärfung, wenn etwa ein aggressiver Mensch seine Umgebung bedroht. Ohne einander zu kennen, besuchen die Hauptkommissare Borowski (Axel Milberg) aus Kiel und Lindholm (Maria Furtwängler) aus Hannover so eine Schulung im niedersächsischen Braunschweig. Der introvertierte Borowski gewinnt dabei keinen sehr guten Eindruck von der forsch auftretenden Kollegin, die ihm die letzte Brötchenhälfte vom Büffet wegschnappt. Doch kurz darauf bekommen die beiden Polizisten nur allzu heftig Gelegenheit, einander tief in die Seele zu blicken. Und voller Todesangst die erlernten Techniken anzuwenden.

Taxi nach Leipzig - die II.

Denn Lindholm und Borowski steigen in ein "Taxi nach Leipzig" (20.15 Uhr, ARD). Zu einem Fahrer, der vor ihren Augen einem Mann das Genick bricht und beide warnt, bei Fehlverhalten auch sie umzubringen. Die 1000. "Tatort"-Episode heißt genauso wie der aller erste Krimi vom 29. November 1970, als der Hamburger Kommissar Trimmel (Walter Richter) gemeinsam mit dem Ost-Berliner Stasi-Mann Lincke (Erwin Klietsch) an der Transitautobahn ermittelte.

Für Tatort Auto aufgesägt

Besonders ist jedoch vor allem, dass fast der ganze Film in einem Auto spielt (das für die Dreharbeiten an drei Seiten aufgesägt wurde). Eine Grundkonstellation, wie sie Großmeister Hitchcock gemeint haben könnte, als er vor Jahrzehnten von einem "Krimi in einer Telefonzelle" träumte. Und die bereits Hollywood-Regisseure wie Martin Scorsese im Kino-Hit "Taxi Driver" (1976) und Michael Mann erfolgreich in "Collateral" (2004) inspiriert hat.

Machtkampf: Kommissar - Taxifahrer

Bei Autor Adolph herrscht tiefschwarze Nacht an den Straßen nach Sachsen. Regen peitscht, Lichter flirren. Wölfe heulen im Wald. Im Inneren des Wagens entspinnt sich ein brutaler, schauspielerisch fein entwickelter Machtkampf, der die Kommissare an ihre menschlichen Grenzen führt. Ihr Fahrer (Florian Bartholomäi), das bekommen beide dank ihrer Fragetechnik bald heraus, ist ein hoch verstörter einstiger KSK-Elitesoldat nach seinem Einsatz in Afghanistan. Dort hat der junge Mann wegen eines falschen Befehls eines Vorgesetzten harmlose Zivilisten getötet. Als er mitbekommt, dass der Vorgesetzte seine eigene große Liebe Nicki (Luise Heyer) in Leipzig heiraten will, rastet der Psychopath aus und rast in die Stadt. Er lässt sich dabei eben nicht von zwei vor Angst schwitzenden Polizisten aufhalten. Deren Deeskalationsversuche verwandelt der diesbezüglich exzellent geschulte Soldat in ein sadistisches Spiel.

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