Diese Schokoriegel bekamen die Teilnehmer des RTL-Dschungelcamps als werbewirksame Belohnung. Ist das erlaubt? Darüber wird heute vor dem Verwaltungsgericht Hannover verhandelt.

Diese Schokoriegel bekamen die Teilnehmer des RTL-Dschungelcamps als werbewirksame Belohnung. Ist das erlaubt? Darüber wird heute vor dem Verwaltungsgericht Hannover verhandelt.

Foto: Stratenschulte/dpa

Fernsehen

Dschungelcamp kämpft um Schokoriegel

Von nord24
18. Februar 2016 // 07:00

Die Produktplatzierung von Bahlsen-Riegeln in der RTL-Erfolgsserie "Dschungelcamp" hat ein Nachspiel vor Gericht. Heute beschäftigt sich das Verwaltungsgericht Hannover mit der Frage, ob der Kölner Privatsender bei einer 2014 ausgestrahlten Folge von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" Bahlsen-Riegel stärker als erlaubt hervorhob. Die Süßigkeiten waren eine Belohnung für die Teilnehmer im australischen Busch, die tagelang nur Bohnen und Reis vorgesetzt bekamen - und sich bei den Riegeln dann entsprechend begeistert zeigten. Die für RTL zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt hat die Szene beanstandet. RTL klagt nun dagegen. Der Sender wollte vor der Verhandlung mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht zu Details seiner juristischen Auffassung äußern.

Zu lange den Schokoriegel im Dschungelcamp angeschmachtet

Der Justiziar der Landesmedienanstalt, Christian Krebs, sagte auf Anfrage, dass das Verbot einer zu starken Herausstellung viele Facetten haben könne. So sei es zum Beispiel von Bedeutung, wie lange ein Produkt zu sehen sei oder wie sehr es die Kameraeinstellung dominiere, etwa indem oft oder länger auf das Produkt gezoomt wird. Hier gibt es die Höhepunkte der Finalsendung: "Auch zu viel positive Bewertung durch die Protagonisten könnte eine Rolle spielen", sagte Krebs. In den fraglichen Dschungelcamp-Szenen riechen die Bewohner unter anderem länger verträumt an den Riegeln.

Schleichwerbung ist grundsätzlich verboten

Im Rundfunkstaatsvertrag heißt es in der entsprechenden Passage, dass "Schleichwerbung, Produkt- und Themenplatzierung" grundsätzlich nicht erlaubt sind, jedoch unter bestimmten Voraussetzungen. So gelte unter anderem: "Das Produkt darf nicht zu stark herausgestellt werden; dies gilt auch für kostenlos zur Verfügung gestellte geringwertige Güter."

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