Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk haben sich dieses Mal mit dem Tod zweier Kongolesen beschäftigt.

Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk haben sich dieses Mal mit dem Tod zweier Kongolesen beschäftigt.

Foto: Vennenbernd/dpa

Fernsehen

Hat er sich gelohnt? Der Kölner Tatort im Fadenkreuz der nord24-Ermittler

Von Christoph Käfer
2. Mai 2016 // 07:48

Zwei tote Kongolesen, Ermittlungen im Flüchtlingsheim, Ballaufs Ex-Geliebte - der Kölner Tatort "Narben" am Sonntagabend hatte es in sich. Für alle, die ihn verpasst haben, gibt es hier die wichtigsten Infos im Schnellcheck.

Die Handlung

Zwei Tote, beide aus dem Herzen Afrikas, der Demokratischen Republik Kongo. So demokratisch und rechtsstaatlich geht es dort allerdings nicht zu, stattdessen herrscht in dem Land Bürgerkrieg. Eine der Geflohenen stirbt bei einer Polizei-Razzia in einem Kölner Flüchtlingsheim - und nur wenige Tage später wird der Notarzt ermordet, der bei dem Einsatz anwesend war. Auch er stammte aus dem Ostkongo. Daher müssen sich die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) zwangsläufig auch mit den Kriegen und Verbrechen in Zentralafrika auseinandersetzen. Unterstützung bei den Ermittlungen bekommen sie von Ballaufs On-Off-Geliebter, der Polizeipsychologin Lydia Rosenberg (Juliane Köhler), die zuletzt vor rund zwei Jahren im Tatort zu sehen war.

Der Satz der Sendung

"Narben, Auspeitschungen, Verbrennungen, man hat ihr ein Baby aus dem Bauch geschnitten, Verstümmelungen und Verätzungen." Es ist ein einziger Satz, mit dem der Gerichtsmediziner bilanziert, was der obduzierten Flüchtlingsfrau alles angetan wurde. Und er sagt schon alles aus über die Gräueltaten, die tatsächlich im Kongo verübt werden und den meisten Menschen hierzulande nicht präsent sind.

Das Doppelleben des Opfers

Einerseits fachlich kompetenter und einfühlsamer Arzt, andererseits Kriegsverbrecher, der sich unter die Schutzsuchenden in die Mitte der deutschen Gesellschaft gemogelt hat - der getötete Arzt Dr. Patrick Wangila  (Jerry Elliott) zeigt auf, dass Flüchtlinge nicht immer nur Opfer sind.

Wie realistisch war der Tatort?

Sehr realistisch - mit einem klaren gesellschaftspolitischem Auftrag: Nicht nur im Nahen Osten tobt der Bürgerkrieg, sondern schon seit deutlich längerer Zeit auch in vielen Teilen Afrikas, was häufig vergessen wird. Dass die westliche Welt nicht ganz unbeteiligt daran ist, da der Krieg auch wegen der Bodenschätze geführt wird, die unter anderem für die Herstellung von Smartphones benötigt werden, wird auch erwähnt. Und nicht zuletzt zeigt der Tatort, dass nicht alle Flüchtlinge gleich Opfer sind und nicht jedes Problem schnell gelöst werden kann.

Unser Urteil

Ein fesselnder und erschütternder Tatort, der unter die Haut geht und nachdenklich macht - insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation. Aber gerade das macht ihn so sehenswert. Wer ihn verpasst hat, sollte ihn sich in der Mediathek oder an einem der weiteren Ausstrahlungstermine ansehen.

So urteilen andere Medien

8 von 10 möglichen Punkten - und damit im Schulnotensystem eine glatte 2 - hat Spiegel Online dem Tatort gegeben. Dort heißt es: "Ein grausamer ,Tatort', den man aushalten muss." Ohne eine klassische Benotung kommt die Frankfurter Rundschau aus, die den Tatort ebenfalls als sehr sehenswert einstuft, jedoch mit einigen Makeln behaftet. Denn der Tatort "macht auch am Ende einen Nebenschauplatz auf, der ihn eigentümlich und unnötig verwässert – nur um einer zusätzlichen Handlungs- und Verdachtsschleife willen." Weniger angetan ist web.de-Redakteur Johann Ritter, für den der Tatort durchschnittlich ist, "wir vergeben eine Drei".

Das sagt das Netz

     

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