Im Rechtsstreit zwischen dem Satiriker Jan Böhmermann (rechts) und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat Letztgenannter vor dem Hamburger Landgericht einen Teilerfolg gelandet.

Im Rechtsstreit zwischen dem Satiriker Jan Böhmermann (rechts) und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat Letztgenannter vor dem Hamburger Landgericht einen Teilerfolg gelandet.

Foto: Spata/PRESIDENTIAL PRESS OFFICE/EPA

Fernsehen

Rückschlag für Böhmermann: Landgericht Hamburg verbietet "Schmähgedicht" in Teilen

Von Christoph Käfer
17. Mai 2016 // 19:06

Knapp eine Woche nach seinem TV-Comeback muss Satiriker Jan Böhmermann im Streit um sein "Schmähgedicht" über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan eine Niederlage einstecken. Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen große Teile des Schmähgedichts verhängt. 

Einstweilige Verfügung gegen Böhmermann

Dieses Ergebnis teilte das Gericht am Dienstag mit. Das Gericht erkennt das von Böhmermann "Schmähkritik" genannte Gedicht zwar im Kern als Satire an, allerdings untersagt das Gericht Böhmermann, große Teile des Gedichts erneut öffentlich zu zitieren und zu verbreiten. Erlaubt bleiben Aussagen, die sich mit Erdogans Umgang mit der Meinungsfreiheit in der Türkei auseinandersetzen.

Erdogans Anwalt jubelt über Gerichtsentscheidung

Mit dem Urteil zeigte sich Erdogans Anwalt Hubertus von Sprenger hochzufrieden: "Ich bin sehr beglückt über die gute Rechtssprechung in Deutschland." Böhmermanns Anwalt hingegen kritisierte, dass das Gericht die Schmähkritik in einzelne Passagen unterteilt habe anstatt es als ein zusammenhängendes Kunstwerk zu betrachten. Für Böhmermann selbst ist das Urteil eine herbe Niederlage. Erst am Donnerstag war der 35-Jährige mit seiner Sendung "Neo Magazin Royale" zurück auf den Bildschirm gekehrt.  

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