Alfred Prey, der Macher bei den Pinguins

Alfred Prey, der Macher bei den Pinguins

Foto:  Jaspersen/dpa

Fischtown Pinguins

Fischtown Pinguins: Große Euphorie - kleiner Etat

Von Mareike Scheer
2. Juli 2016 // 09:30

Die Euphorie ist groß, allerdings werden die zuletzt erfolgsverwöhnten Fans der Fischtown Pinguins nach dem Titelgewinn 2014 und der Vizemeisterschaft 2015 ihre Ansprüche in der DEL zurückschrauben müssen. In der DEL 2 gehörten die Pinguins auch dank eines der höchsten Etats in den jüngsten Jahren zu den Spitzenteams. Zwar wird dieser nun um 20 Prozent auf rund 3,5 Millionen Euro angehoben, damit stehen die Bremerhavener in der DEL dennoch ganz am Ende des Spektrums.

Etat: Zweistelliger Millionen-Gesamtetat ist unerreichbar

Der amtierende Meister und Hauptrundensieger Red Bull München hat 12,5 Millionen Euro zur Verfügung und ist somit fast viermal so potent wie der mögliche Aufsteiger. Damit sind die Bayern der Konkurrenz jedoch keinesfalls monetär enteilt. Auch die Kölner Haie (11 Millionen) sowie Adler Mannheim (10,8) und DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin (10) stemmen einen zweistelligen Millionen-Gesamtetat, dicht gefolgt von Ingolstadt und Nürnberg. Diese Teams scheinen für die Pinguins sportlich schier unerreichbar.

Die Rote Laterne

Dahinter folgen zwei Mannschaften, die vom Etat im Mittelfeld der Liga platziert sind. Die Grizzlys Wolfsburg (7,7) und die Düsseldorfer EG (6,5), die erst in der vergangenen Woche durch eine Umverteilung der Gesellschaftsanteile den Spielbetrieb für die kommenden drei Jahre sichern konnte. Dahinter gibt es einen zu erwartenden Fünfkampf um die Rote Laterne. Zumindest mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten. Iserlohn, Schwenningen, Straubing, Krefeld und Augsburg mit Ex-Pinguins-Trainer Mike Stewart und dem ehemaligen Kapitän Tray Tuomie haben jeweils einen Etat von etwa fünf Millionen Euro. Sie dürften für Bremerhaven die Gegner im Kampf gegen den letzten Tabellenplatz sein.

Erst-Liga-Luft schnuppern und Etablierung in der Liga

Wie schwer dieses Unterfangen werden dürfte, zeigt ein Blick in die jüngste Vergangenheit der DEL. Von 2012 bis 2014 kämpfte die Düsseldorfer EG um das finanzielle Überleben und trotzte sich mit einem Mini-Etat von knapp vier Millionen Euro durch die Spielzeiten. Das Youngster-Team mit einzelnen erfahrenen Spielern wurde zweimal abgeschlagen Tabellenletzter mit teils mehr als 30 Punkten Rückstand auf die Playoff-Ränge. So kann es auch für die Pinguins in der ersten Saison nur darum gehen, mit einem Mini-Etat Erstliga-Luft zu schnuppern und sich sukzessive in der Liga zu etablieren.

Überraschungen sind möglich

Bis dahin gilt es, sich an der Zugehörigkeit zum Elitekreis des deutschen Eishockeys zu erfreuen, dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Überraschungen sind freilich nicht ausgeschlossen. Was aus mannschaftlicher Geschlossenheit und Euphorie entstehen kann, haben unlängst zwei finanzschwache Teams gezeigt. Iserlohn schloss die abgelaufene Hauptrunde trotz eines der niedrigsten Etats sensationell auf dem dritten Tabellenplatz ab und die Augsburger Panther wurden 2010 gar Vizemeister.

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