Weltrekord: 1040 Menschen spielten im Oktober auf der Messe „SPIEL“ in Essen gleichzeitig „Catan“. Sehr zur Freude von Klaus Teuber (links), der das Spiel vor 20 Jahren erfand. Foto pr

Weltrekord: 1040 Menschen spielten im Oktober auf der Messe „SPIEL“ in Essen gleichzeitig „Catan“. Sehr zur Freude von Klaus Teuber (links), der das Spiel vor 20 Jahren erfand. Foto pr

Foto: Scheschonka

Freizeit

Ein Brettspiel besiedelt die ganze Welt

Von Marcus Kretzner
2. Dezember 2015 // 10:00

20 Jahre „Die Siedler von Catan“: Ein Spiel aus Deutschland hat den Globus erobert und Rekordniveau erreicht. Mehr als 22 Millionen Exemplare gingen bisher in aller Welt über die Ladentische. Tausche Lehm gegen Holz, tausche Erz gegen Stroh. Millionen Spieler in aller Welt feilschen um Rohstoffe zum Bau von Straßen, Dörfern und Städten. Kurz gesagt: Sie „siedeln“. Seit 20 Jahren ist die Begeisterung für Klaus Teubers Inselspiel „Die Siedler von Catan“ ungebrochen.

Neue Zeitrechnung für den Brettspielmarkt

„Catan“, wie es zugunsten der internationalen Vermarktbarkeit inzwischen verkürzt heißt, markiert den Beginn einer neuen Zeitrechnung für den Brettspielmarkt. Denn „Catan“ hat viele Erwachsene zum Spielen gebracht oder zurückgeholt und liefert den Beweis, dass Spiele nicht immer simpler, nicht immer bunter und nicht immer elektronischer sein müssen, um nachhaltig zu begeistern. Seit „Catan“ wurde das Spieleangebot größer und vielfältiger, der Markt vor allem für anspruchsvolle Spiele wächst.

1040 Menschen spielen an einem Tisch: Weltrekord

„Catan“ zieht seit einer Generation deshalb noch immer in seinen Bann, weil es dem perfekten Spiel so unheimlich nahe kommt: Es ist angenehm konstruktiv, sehr interaktiv und höchst variabel – es eröffnet eine große, fast unendliche Spielewelt! Auch heute noch lockt „Catan“ die Massen. Im Oktober dieses Jahres siedelten auf der Messe „SPIEL“ in Essen 1040 Menschen gleichzeitig an einem übergroßen, fast 500 Meter langen Spielbrett. Neuer Weltrekord!

"Catan" befreit Erfinder aus finanziellen Nöten

Seinen Erschaffer Klaus Teuber (Foto) befreite das Erfolgsspiel aus finanziellen Nöten. Der heute 63-Jährige hatte das hoch verschuldete Zahnlabor seines Vaters übernommen. Abends im Keller Spiele zu erfinden, war zu dieser Zeit vor allem Entspannung für ihn, eine Flucht aus der Realität. Mehr als 22 Millionen Exemplare der „Siedler von Catan“ wurden weltweit verkauft, in der Musikbranche wären dies Zahlen auf Superstar-Niveau. Doch ein Spieleautor steht nicht in der Öffentlichkeit wie Robbie Williams oder Madonna. Teuber wohnt weiter in seinem Reihenhaus in der Nähe von Darmstadt, kann auf seinem Fahrrad durch den Ort radeln – und genießt es. „Dass ich heute beim Einkaufen nicht mehr die Preise vergleichen muss: Das empfinde ich als Reichtum“, sagt er.

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