Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man in der App von Netflix das Filmangebot des Streaminganbieters.

Netflix will künftig dagegen vorgehen, dass Nutzer ihre Zugangsdaten teilen.

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Freizeit

Illegales Account-Sharing: Netflix will nun härter durchgreifen

Von dpa
20. April 2022 // 15:59

Der Streaming-Boom in der Pandemie machte Netflix zum Krisengewinner, nun kriselt es beim Branchenpionier selbst: Erstmals seit 2011 sinkt die Nutzerzahl.

Härteres Durchgreifen

Netflix will angesichts sinkender Kundenzahlen härter bei Nutzern durchgreifen, die ihre Zugangsdaten teilen. Auch ein Tabubruch zeichnet sich ab: Der Streaming-Marktführer arbeitet an einer günstigeren Version mit Werbung. Anleger sind skeptisch: Die Aktie büßte zum US-Börsenstart am Mittwoch über 30 Prozent ein. Seit Jahresbeginn ist der Kurs bereits um mehr als 60 Prozent gefallen.

Stopp des Russland-Geschäfts

Für Netflix war es das erste Quartal mit Kundenschwund seit mehr als zehn Jahren. In den drei Monaten bis Ende März gingen unterm Strich rund 200 000 Bezahlabos verloren. Ein Grund dafür war zwar der Stopp des Russland-Geschäfts nach dem Einmarsch in die Ukraine, wodurch auf einen Schlag 700 000 Kunden wegfielen. Doch auch mit dem Zuwachs von 500 000 Abonnenten wäre Netflix weit hinter der eigenen Prognose von 2,5 Millionen zurückgeblieben. Schlimmer noch: Fürs laufende Quartal rechnet der Dienst mit dem Abgang von rund zwei Millionen Kunden. Dabei hat Netflix neue Folgen von Hit-Serien wie „Stranger Things“ und hochkarätig besetzte Filme wie „The Gray Man“ mit Hollywood-Star Ryan Gosling starke Produktionen am Start.

„Faktoren außerhalb unserer Kontrolle“

Insgesamt sank die weltweite Kundenzahl zum Quartalsende auf 221,6 Millionen. Wie kam es dazu? Das Management um Gründer und Co-Chef Reed Hastings verwies unter anderem auf „Faktoren außerhalb unserer Kontrolle“ wie den langsameren Anstieg des Anteils von Smart-TVs mit Internet-Anschluss, Russlands Krieg in der Ukraine und die Inflation. (dpa/dm)

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