Das Giftinformationszentrum Nord warnt Pilzsucher in Norddeutschland davor, sich in den nächsten Wochen mit Knollenblätterpilzen zu vergiften.

Das Giftinformationszentrum Nord warnt Pilzsucher in Norddeutschland davor, sich in den nächsten Wochen mit Knollenblätterpilzen zu vergiften.

Foto: Spata/dpa

Garten

Knollenblätterpilz: Gefährliche Verwechselung

Von nord24
9. September 2020 // 06:30

2020 ist bisher ein durchschnittliches Pilz-Jahr. Sollte es im Herbst nun stärker regnen, könnte sich das ändern. Das Risiko für Vergiftungen steigt.

Viele Pilze, viele Vergiftungen

Das Giftinformationszentrum Nord in Göttingen warnt Pilzsucher in Norddeutschland davor, sich in den nächsten Wochen mit Knollenblätterpilzen zu vergiften. Im September und Oktober könne mit verstärkten Niederschlägen das Wachstum richtig anziehen. „Wenn viele Pilze wachsen, haben wir auch viele Vergiftungen“, sagte der Co-Leiter des Giftinformationszentrums, Andreas Schaper.


So viele Fälle gab es im Oktober

Die Zahl der Vergiftungen sei im vergangenen Oktober mit mehr als 400 Fällen durch die Decke geschossen. In diesem Juli wurden bisher knapp unter 100 Vergiftungen gemeldet, im August unter 50. „Das ist trotzdem viel, im Juli drei am Tag“, sagte Schaper.

Dem Riesenchampignon zum verwechseln ähnlich

„Wir warnen vor Pilzen mit Amatoxin“, betonte er und verwies vor allem auf den Grünen Knollenblätterpilz. Der Verzehr könne zu schweren Leberschäden und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Verwechslungsgefahr bestehe besonders mit dem Riesenchampignon.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie sehen Knollenblätterpilze auch genießbaren Speisepilzen aus anderen Regionen der Welt zum Verwechseln ähnlich.

Tödliche Verwechselungsgefahr

In den vergangenen Jahren hatte es in Norddeutschland wiederholt Todesfälle nach dem Verzehr von Knollenblätterpilzen gegeben, weil Zuwanderer die Pilze verwechselt hatten. Bei Verdacht auf Vergiftung mit Knollenblätterpilzen müssten Betroffene sofort ins Krankenhaus gebracht werden, um ein Gegengift zu erhalten.

Das Giftinformationszentrum

Das Giftinformationszentrums in Göttingen ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein, es wurde 1995 gegründet und ist an der Universitätsmedizin Göttingen angesiedelt.

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