Schwere Vorwürfe gegen Beluga-Chef Niels Stolberg

Die Staatsanwaltschaft hat schwere Vorwürfe gegen Niels Stolberg (Mitte) erhoben. Vor Gericht wird er von seinen Anwälten Oliver Sahan (links) und Bernd Groß vertreten.

Justiz

Schwere Vorwürfe gegen Beluga-Chef Niels Stolberg

Von nord24
20. Januar 2016 // 13:47

In einem der größten Wirtschaftsprozesse der Schifffahrtsbranche hat die Staatsanwaltschaft gegen Niels Stolberg, den Gründer der ehemaligen Bremer Beluga-Reederei, schwere Vorwürfe erhoben. Er habe mit einem Mitangeklagten in einem "gemeinsamen Tatplan" die Kosten für Schiffsneubauten um Millionen überhöht dargestellt, um so von Banken eine höhere Kreditfinanzierung zu bekommen, sagte Staatsanwalt Frank Passade am Mittwoch zum Prozessauftakt. Die Bremer Landesbank soll dadurch teilweise sogar über 100 Prozent des Gesamtvolumens für Schiffsneubauten finanziert haben. Vor dem Bremer Landgericht müssen sich neben Stolberg drei weitere Ex-Manager verantworten. In den insgesamt 800 Seiten umfassenden drei Anklageschriften werden die Vorwürfe des Kreditbetrugs, Betrugs und der Untreue erhoben. Beluga war 2011 im Zuge der Schifffahrtskrise in die Insolvenz gegangen. Das Landgericht hat mehr als 50 Verhandlungstage bis Ende Oktober angesetzt. Den Angeklagten könnte bei einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe drohen.

Bisher hat es keine Absprachen zwischen Anklage und Verteidigung gegeben

Gerichtssprecher Thorsten Prange hatte vor Prozessbeginn betont, dass es zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung keine Gespräche mit dem Ziel einer Verständigung gegeben habe.

„Die letzten fünf Jahre waren eine Fahrt durch die Hölle." (Niels Stolberg)
Gericht und Staatsanwaltschaft hatten sich jahrelang auf den Prozess vorbereitet. "Der Tag ist da. Jetzt geht es los", sagte Prange. Der Auftakt wurde von großem Medieninteresse begleitet. Ein Überblick in Bildern über die Kariere von Niels Stolberg: