Patientenschützer fordern, dass die Staatsanwaltschaft bei Ketteninfektionen mit dem Coronavirus in Pflegeheimen auch ohne Anzeigen tätig wird.

Patientenschützer fordern, dass die Staatsanwaltschaft bei Ketteninfektionen mit dem Coronavirus in Pflegeheimen auch ohne Anzeigen tätig wird.

Foto: Weller/dpa

Justiz

Verband fürchtet Klagen bei Corona-Ausbruch in Pflegeheimen

Von nord24
4. April 2020 // 18:25

Mit der Ausbreitung der Corona-Fälle in Pflegeheimen fürchtet der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe Klagen wegen Mängeln in der Versorgung.

„Wir können die Hygienestandards schlichtweg nicht einhalten“, sagte Bundesgeschäftsführer Thomas Knieling. Das Schutzmaterial sei zu knapp. Die Mängel seien nicht auf Verschulden der Einrichtungen zurückzuführen und die Klagen somit unberechtigt.

Mundschutz-Wechsel nicht immer möglich

„Da verlangt man die Quadratur des Kreises“, sagte Knieling. Die Pfleger könnten im Falle eines Ausbruchs nicht nach jeder Untersuchung Mundschutz und Handschuhe wechseln, wie es etwa das Robert Koch-Institut vorschreibe.

Patientenschutz fordert Aufklärung

Die Stiftung Patientenschutz hatte zuvor gefordert, dass die Staatsanwaltschaft bei Ketteninfektionen mit dem Coronavirus in Pflegeheimen auch ohne Anzeigen tätig werde. „Wenn in einer Einrichtung mehrere Pflegebedürftige zu Tode kommen, müssen die Strafverfolgungsbehörden genau hinschauen“, teilte Vorstand Eugen Brysch mit.

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