Der Hurrikan "Matthew" hat in Haiti weit mehr Todesopfer gefordert als bisher angenommen. Die Zahl der Toten steigt weiter.

Der Hurrikan "Matthew" hat in Haiti weit mehr Todesopfer gefordert als bisher angenommen. Die Zahl der Toten steigt weiter.

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Katastrophe

Hurrikan "Matthew": Zahl der Toten steigt auf über 300

Von Lili Maffiotte
7. Oktober 2016 // 06:28

Der Hurrikan "Matthew" hat in Haiti weit mehr Todesopfer gefordert als bisher angenommen. Allein in dem am stärksten betroffenen Department Sud starben mehr als 260 Menschen. Das berichtete der Radiosender Metropole am Donnerstag unter Berufung auf den örtlichen Zivilschutz. Zuvor hatten die Behörden 108 Todesopfer im ganzen Land gemeldet, davon 26 im Department Sud. Die Südostküste der USA wappnete sich unterdessen für das Eintreffen des Sturms.

Zweitstärkste Kategorie

Nach Vorhersagen der Meteorologen in Miami sollte "Matthew" am Donnerstagabend (Ortszeit) als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie auf einen Kurs nordwärts entlang der Küste einschwenken - in unmittelbarer Landnähe oder möglicherweise auch mit einem Landfall nach Mitternacht zwischen Fort Pierce und Melbourne. Auch die sogenannte Space Coast mit dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral galt als besonders gefährdet.

Katastrophale Folgen

Das Hurrikan-Zentrum in Miami warnte allerdings: Auch wenn das Auge des Sturms auf seinem Zug nordwärts ganz über Wasser bleiben sollte, sei wegen der Küstennähe mit möglicherweise katastrophalen Folgen zu rechnen. Experten nannten "Matthew" den möglicherweise gefährlichsten Sturm seit "Andrew", der vor 24 Jahren Florida getroffen hatte. Er richtete damals schwere Verwüstungen an und riss 65 Menschen in den Tod.

Wirbelsturm trifft auf Haiti

Der Wirbelsturm der Kategorie 4 hatte Haiti am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um, und Straßen wurden überschwemmt. Die besonders stark betroffenen Regionen Sud und Grand'Anse im Südwesten wurde vom Rest des Landes abgeschnitten.

80 Prozent der Häuser zerstört

Die Hauptstadt der Region Grand'Anse, Jérémie, sei zu weiten Teilen zerstört, sagte der Länderdirektor der Hilfsorganisation Care, Jean-Michel Vigreux. Alle Telefonverbindungen und die Stromversorgung seien zusammengebrochen. "80 Prozent der Häuser liegen in Trümmern. Die einzige Verbindungsstraße ist unpassierbar, und den Menschen gehen langsam Nahrung und Geld aus."

Notstand für Florida und South Carolina

Die USA stellten sich auf das Schlimmste ein. Das Hurrikan-Zentrum sprach von einem "extrem gefährlichen Sturm". US-Präsident Barack Obama verhängte den Notstand für Florida und South Carolina, damit können leichter Mittel aus Washington in die betroffenen Staaten fließen. Rund 4500 Nationalgardisten standen bereit, um in den besonders hart getroffenen Gebieten Hilfe zu leisten.

Größte Zwangsevakuierung

Allein in dem Sonnenscheinstaat waren 1,5 Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, und weitere Hunderttausende in Georgia und South Carolina - die größte Zwangsevakuierung seit dem schweren Sturm "Sandy" im US-Osten im Jahr 2012. Insgesamt wurde für ein Gebiet mit elf Millionen Menschen eine Hurrikan-Warnung ausgegeben. Georgias Gouverneur Nathan Deal ordnete für sechs Bezirke an der Küste Evakuierungen an.

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