In Bad Münstereifel sieht es nach den schweren Regenfällen und dem Hochwasser wie auf einem Schlachtfeld aus.

In Bad Münstereifel sieht es nach den schweren Regenfällen und dem Hochwasser wie auf einem Schlachtfeld aus.

Foto: dpa/B&S

Katastrophe

Die aktuelle Lage zur Hochwasserkatastrophe

Autor
Von nord24
15. Juli 2021 // 18:31

Dutzende Tote und Vermisste, ganze Orte, die in den Fluten versinken. Es ist eine Katastrophe, wie sie Deutschland lange nicht erlebt hat.

Ganze Orte versinken in braunen Fluten

Die Wassermassen wälzen sich regelrecht durch die Straßen, ganze Orte versinken in braunen Fluten. Es sind unfassbare Bilder und Szenen, die sich am Donnerstag in der Eifel und in Teilen von Nordrhein-Westfalen abspielen. Das, was die meisten Menschen in Deutschland bislang nur aus weiter Ferne kannten, ist plötzlich ganz nah.

Dutzende Menschen werden vermisst

Mehr als 40 Menschen sterben nach Überflutungen und Dauerregen. In Rheinland-Pfalz werden auch am Nachmittag noch Dutzende vermisst. Mehrere Häuser sind eingestürzt, viele instabil. Menschen fliehen in Not auf ihre Hausdächer und warten auf Rettung.

Mobilfunknetze sind zum Teil ausgefallen

Polizeihubschrauber sind unterwegs, um Menschen von Hausdächern zu retten. Es gebe sehr viele Vermisste, sagt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Es sei unklar, ob sie sich selbst hätten retten können. Sie zu erreichen, sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

In Solingen werden 130 Menschen aus akuter Not vor den Fluten gerettet

Auch in Nordrhein-Westfalen bleiben nach der Katastrophe Zerstörung und Verwüstung. Mindestens 24 Menschen sterben im Zusammenhang mit dem Hochwasser, allein im Kreis Euskirchen im Süden des Landes kommen nach Behördenangaben 15 Menschen ums Leben. In Solingen retteten Einsatzkräfte etwa 130 Menschen aus akuter Not vor den Fluten. „Wir haben die Menschen über Drehleitern, Boote, Bojen herausgeholt“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Es sind Bilder, mitten aus Deutschland, die hilflos machen.

Die Altstadt von Bad Münstereifel wurde völlig verwüstet

Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten, teilte der Kreis Euskirchen mit. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen. Auch der Feuerwehr-Notruf 112 und die Kreisverwaltung seien nicht zu erreichen. Die Altstadt von Bad Münstereifel wurde völlig verwüstet. Am Mittag stehen die Menschen fassungslos zwischen den Trümmern.

Die Fluten reißen im kleinen Eifel-Ort Schuld mehrere Häuser weg

In Rheinland-Pfalz traf es den kleinen Eifel-Ort Schuld besonders schwer. Das Dorf mit etwa 700 Einwohnern - nahe der Landesgrenze zu NRW - liegt in einer Schleife an der Ahr, die normalerweise ein kleiner Fluss ist. Nun hat sich die Ahr in ein reißendes Gewässer verwandelt. Die Fluten rissen mehrere Häuser weg. Es lief ein dramatischer Rettungseinsatz, weil sich Dutzende Menschen auf den Dächern in Sicherheit gebracht haben. Viele weitere Häuser gelten nun als einsturzgefährdet.

Brücken sind zusammengestürzt

19 Menschen starben nach ersten Erkenntnissen im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auf Bildern zeigt sich die Gewalt, mit der das Wasser die Dörfer und Orte überflutet hat: Autos, Bäume, ganze Häuser sind einfach weggerissen, Trümmer stapeln sich im schmutzigen Wasser, Brücken sind zusammengestürzt.

Falsches Gerücht über einen bevorstehenden Dammbruch sorgen für Angst

An einigen Talsperren wird das Wasser kontrolliert abgelassen, einige anliegende Ortschaften werden evakuiert. Mehrere Tausend Einwohner sind betroffen. An der Steinbachtalsperre in Rheinland-Pfalz veranlasst das falsche Gerücht eines Dammbruchs Dutzende Bewohner von Heimersheim zur Flucht auf höhergelegenes Terrain. Die Kreisverwaltung Ahrweiler stellt klar, dass von einem Dammbruch keine Rede sein könne. Ein Sachverständiger stuft die Talsperre aber als „sehr instabil“ ein. Vielerorts bleiben zunächst die Sorge und die Ungewissheit. (dpa/mb)

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