Bei dem Zugunglück von Bad Aibling (Bayern) sind elf Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Landesregierung ist es auf einen doppelten Irrtum des Fahrdienstleiters zurückzuführen.

Bei dem Zugunglück von Bad Aibling (Bayern) sind elf Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Landesregierung ist es auf einen doppelten Irrtum des Fahrdienstleiters zurückzuführen.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Katastrophe

Zwei Fehler des Fahrdienstleiters von Bad Aibling

Von Lili Maffiotte
29. März 2016 // 08:07

Erst ein falsches Signal gesendet, dann auch noch die falsche Notruftaste gedrückt: Nach neuen Erkenntnissen geht das Bahnunglück in Bad Aibling auf eine tragische Verkettung gleich mehrerer Irrtümer zurück. Ein technischer Defekt gilt als "ausgeschlossen".

Doppelter Irrtum

Das schwere Zugunglück im bayerischen Bad Aibling ist nach Angaben der Landesregierung auf einen doppelten Irrtum des Fahrdienstleiters zurückzuführen. "Es war eine ganz besonders tragische Verkettung von gleich zwei Fehlleistungen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Nachdem der Mann die eingleisige Strecke für zwei Züge gleichzeitig freigegeben hatte, sei ihm noch ein weiterer verhängnisvoller Fehler unterlaufen.

Falsche Taste gedrückt

"Der Fahrdienstleiter hat, als er seinen ersten Irrtum bemerkte, einen ersten Warn-Funkspruch an die beiden Lokführer schicken wollen", schilderte Herrmann weiter. "Er hat - möglicherweise aus Aufregung - jedoch die falsche Taste gedrückt. Der Funkspruch ging an die Fahrdienstleiter in der näheren Umgebung. Die haben sich daraufhin bei ihm gemeldet. Daraufhin schickte der Fahrdienstleiter einen zweiten Funkspruch an die Lokführer. Diesmal drückte er die richtige Taste, aber da war es schon zu spät."

Anklage wegen fahrlässige Tötung

Herrmann zog ein bitteres Fazit: "Wäre der erste Funkspruch bei den Lokführern angekommen, hätte das Unglück womöglich noch verhindert werden können. Das ist ganz besonders tragisch." Nun laufe es auf eine Anklage des Fahrdienstleiters wegen fahrlässiger Tötung hinaus. "Es sind mittlerweile auch alle technischen Defekte ausgeschlossen: Die Züge waren technisch völlig in Ordnung, inklusive der Bremsen. Das Funknetz hat funktioniert, ebenso alle Stellwerk-Funktionen."

Eins der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte der Bundesrepublik

Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge auf der Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim waren am 9. Februar elf Menschen ums Leben gekommen und 85 Passagiere teils lebensgefährlich verletzt worden. Das Bahnunglück gilt als eines der schwersten in der Geschichte der Bundesrepublik.  

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