143Band rappen für Freiheit

Das afghanische Rapperpaar Paradise (vorn) und Diverse (beides Künstlernamen) stehen gemeinsam auf der Bühne.

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Kultur
Politik

143Band rappen für Freiheit, Frieden und Liebe

Von nord24
23. Dezember 2015 // 17:00

143Band, das sind Diverse (29) und Paradise (26). Ein Paar aus Afghanistan, das in Berlin auf Persisch für Freiheit, Frieden und Liebe rappt. Liebe, die sie in ihrer Heimat nicht öffentlich zeigen konnten.  Die Zahlen eins, vier und drei in ihrem Bandnamen stehen für "I love you". "In Afghanistan ist es schwierig, 'Ich liebe dich' zu sagen", sagt Diverse. Es sei anrüchig. Junge Menschen müssten ihre Liebe verstecken. Er sei verprügelt worden, nur weil er mit Paradise in Herat unterwegs war.

143Band nehmen heimlich Songs auf

Dort im Westen Afghanistans gründeten die beiden 2008 ihre Band. Sie nahmen heimlich Songs im Studio auf, veröffentlichten sie aber aus Angst nicht. Nachdem die junge Frau auf dem Rückweg vom Studio von Männern verfolgt, eine Stunde bedrängt und geschlagen worden war, baten sie die Polizei um Hilfe. Die Antwort sei gewesen: "Wir haben gehört, dass Ihr Sänger seid. Hört auf zu singen."

Ins Exil nach Tadschikistan

Daraufhin hätten sie sich entschieden, ins Nachbarland Tadschikistan zu gehen, weil es dort sicherer gewesen sei. Sie konnten weitere Lieder produzieren und diese nun auch im Internet veröffentlichen. Das Rap-Paar wurde bekannter. Auch in ihrem Heimatland, wohin es Ende 2012 zurückkehrte.

Gehetzt, beleidigt und verleumdet

Wie stark Paradise und Diverse mit ihrer Musik polarisieren, ist anhand der Verleihung eines afghanischen Musikpreises sehen. Sie gewannen bei den "Rumi Music Awards 2014" als beste Rap-Künstler. Bei der Preisverleihung trug Paradise ein schulterfreies Kleid. Daraufhin sollen Nutzer sozialer Medien gegen sie gehetzt, sie beleidigt und ihr vorgeworfen haben, Frauen zur Prostitution zu verleiten. Weil sie um ihr Leben gefürchtet habe, sei sie in der folgenden Zeit in ihrer Wohnung geblieben. Sie habe sich eingesperrt gefühlt. "Ich bin jeden Tag ein bisschen gestorben."

Neue Zukunft in Berlin

Paradise und Diverse wollten unbedingt weitermachen mit ihrem Rap. Deshalb sei es notwendig gewesen, Afghanistan im Sommer 2015 zu verlassen. Sie bekamen ein Visum, flogen nach Paris. Nach einem Auftritt gingen sie nach Berlin. Dort haben sie einen Antrag auf Asyl gestellt und besuchen Deutschkurse. Diverse geht zur Universität. Noch wohnen sie im Flüchtlingsheim, hoffen aber auf Arbeit und eine Wohnung.

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