Der amerikanische Sänger und Schauspieler Frank Sinatra wäre heute 100 Jahre alt geworden. Foto dpa

Der amerikanische Sänger und Schauspieler Frank Sinatra wäre heute 100 Jahre alt geworden. Foto dpa

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Kultur

Frank Sinatra wäre morgen 100 Jahre alt geworden

Von Lili Maffiotte
11. Dezember 2015 // 18:40

Seine Songs sind Klassiker: "Strangers In The Night", "My Way" und "New York, New York". Frank Sinatra gilt als der größte Entertainer des 20. Jahrhunderts. Seine Umgebung aber litt bisweilen unter den Wutanfällen des selbstherrlichen Stars. So bleibt er in Erinnerung: Ein abgeklärter Herr im eleganten Smoking, das Whiskeyglas in der einen, das Mikrofon in der anderen Hand. Frank Sinatra, geboren vor 100 Jahren am 12. Dezember 1915 in New Jersey, lebte den amerikanischen Traum: Mit außergewöhnlichem Talent, Willen, auch brutaler Durchsetzungskraft arbeitete der Sohn italienischer Einwanderer sich aus einfachen Verhältnissen an die Spitze der Unterhaltungsindustrie. Er war ein "Jahrhundertsänger" - der größte Entertainer des 20. Jahrhunderts.

Bis heute "The Voice"

Kein anderer legte sein Gefühl so in seine Stimme wie der kleine, schmächtige Mann, der bis heute als "The Voice" gilt, die Stimme Amerikas. Sie war sein größtes Kapital: Mal sanft, mal kräftig aber immer romantisch setzte er sie als Instrument ein.

Das Spiel mit den Stimmbändern

Sinatra perfektionierte den murmelnden, umschmeichelnden "Crooner"-Stil, den er vor allem von seinem Vorbild Bing Crosby abschaute. Ab Ende der 1930er Jahre entwickelte er sein Spiel mit den Stimmbändern: Er zog die Töne in die Länge, ohne Luft zu holen, ließ sie fließen und riss seine Fans damit zu Ohnmachtsanfällen hin.

Das Publikum war seins

In den 1940er Jahren wurde "Frankie Boy" zum Idol der Weltkriegsgeneration, er hatte eigene Radioshows und war einer der bestbezahlten Jazzsänger. "Sein Publikum gehörte ihm, ganz und gar. Niemals hätte er geduldet, dass seine Zuschauer ihre Blicke abgewandt oder in ihrer Aufmerksamkeit nachgelassen hätten", beschrieb die Schauspielerin Shirley MacLaine die Anziehungskraft ihres Freundes.

Prügelei mit einem Reporter

Anfang der 1950er Jahre kam der Karriereknick: Sinatra agierte immer selbstherrlicher, terrorisierte seine Umwelt mit Stimmungsumschwüngen. Die Presse schoss sich auf den Mann ein, dessen durchdringender blauer Strahleblick verführen, aber auch "töten" konnte. Nachdem ihn ein Reporter "kommunistennah" genannt hatte, schlug er ihn zusammen.

Das Saubermann-Image schwindet

Auch seine zahlreichen Affären mit Frauen, seine Scheidung und die zweite Ehe mit dem Filmstar Ava Gardner verprellten viele Fans. Sinatra tauschte sein Saubermann-Image gegen das des trinkenden Rabauken. "Ein König kann nichts Böses tun", lautete die Devise des "Rat Pack" - seines trinkfreudigen Freundeskreises, zu dem auch die Sänger Dean Martin und Sammy Davis jr. gehörten. Ein grandioses Comeback gelang ihm 1953 mit dem Film "Verdammt in alle Ewigkeit", für den er einen Oscar für die Rolle des kleinen, gemobbten Soldaten Maggio erhielt. Bis heute ist unklar, ob die Mafia ihm diesen Job vermittelte. Mafia-Kontakte konnten Sinatra nie nachgewiesen werden, aber die Gerüchte wurde er bis an sein Lebensende nicht los.

Die gefährliche Unterwelt

1960 unterstützte er den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy. Zwei Jahre später ließ dieser ihn fallen - aus Angst, dessen angeblichen Kontakte zu Chicagos Unterwelt könnten ihm gefährlich werden. Sinatra engagierte sich auch für die Bürgerrechtsbewegung und den Kampf gegen Rassenschranken.

Konzerte in der ganzen Welt

Der Sänger wurde Entertainer im besten Sinne, der seinem Publikum die Geschichten des Lebens erzählt. Sinatra sang vom süßen, süffigen und leichten Dasein. Er genoss den Glamour in den großen Konzertsälen der Welt, in New York, Los Angeles, London und vor allem in Las Vegas, wo er seit den 1960er Jahren regelmäßig gastierte. Mit Hits wie "Strangers In The Night" (1966) und dem Duett "Somethin' Stupid" (1967) mit seiner Tochter Nancy stand er nochmals an der Spitze der Hitparaden. Sein musikalisches Vermächtnis lieferte er 1970 mit "My Way": eine trotzige, in Töne geformte Lebensbilanz. In den frühen 1970er Jahren verlor er im Umfeld der angesagten Rockmusik kurz den Anschluss, kehrte aber bald auf die Bühne zurück, mit neuem Elan und Toupet. Seinen letzten großen Hit landete er 1979 mit "New York, New York". Politisch machte Sinatra eine konservative Kehrtwende: Er schlug sich ins Republikaner-Lager als Unterstützer der US-Präsidenten Richard Nixon und Ronald Reagan.

Tod durch Herzinfarkt

Auf der Gala zu seinem 80. Geburtstag 1995 in Los Angeles hob Rocksänger Bruce Springsteen den immensen Einfluss des Entertainers auf die Popmusik hervor: "Danke, Bruder, Du hast uns aus der Seele herausgesungen". Die letzten Lebensjahre verbrachte Frank Sinatra zurückgezogen in seinem Anwesen in Beverly Hills. Dort starb er am 14. Mai 1998 nach einem Herzinfarkt. Das Empire State Building in New York City wurde in Anspielung auf seinen Spitznamen "Ol' Blue Eyes" drei Tage lang in blaues Licht getaucht.  

Frank Sinatra wäre morgen 100 Jahre alt geworden

Ava Gardner. Foto dpa

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US-Sängerin Nancy Sandra und ihr Vater. Foto dpa

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