Museen in Niedersachsen halten mit Corona-Objekten die Krisenzeit fest. Darunter auch ein gehäckelter Hamster oder eine Klopapier-Torte.

Museen in Niedersachsen halten mit Corona-Objekten die Krisenzeit fest. Darunter auch ein gehäckelter Hamster oder eine Klopapier-Torte.

Foto: Ole Spata/dpa

Kultur

Häkel-Hamster: Museen sammeln Corona-Objekte

Von Christian Brahmann
2. Juni 2020 // 19:30

Eine gebastelte Torte aus WC-Rollen und ein Klopapier-Mobile an der Decke: Museumsbesucher werden in einigen Jahren sicher staunen, was Niedersachsen im Pandemie-Frühjahr 2020 bewegt hat. Nach Aufrufen zum Sammeln von Corona-Objekten füllen sich in den Ausstellungshäusern langsam die Depots. Wie halten die Niedersachsen ihre Pandemie-Geschichte fest?

Jetzt schon für später sammeln

„Corona-Sperrtisch“ steht auf dem kleinen Schild, das sich Heike Pöppelmann bei einem Café-Besuch in Braunschweig noch gesichert hat. Der Lockdown hatte sich an jenen Märztagen bereits angekündigt und Pöppelmann ahnte, dass es jetzt darum geht, Geschichte zu dokumentieren. Wenige Wochen später lud die Chefin des Braunschweigischen Landesmuseums mit ihrem Team zu einem Anlieferungstermin für Corona-Objekte ein - auch ihr „Sperrtisch“-Schild gehört jetzt zu den Ausstellungsstücken.

Der andere Blick auf Hamsterkäufe

Dabei ist unter anderem ein detailreiches Modell eines Rennwagens. Der Spender habe wohl Zeit für den aufwendigen Bau gehabt, weil er nicht wie gewohnt beruflich zu den Formel-1-Rennen weltweit fliegen konnte, sagte Pöppelmann. Ein Mädchen häkelte einen Hamster mit einer Klopapierrolle und hielt so die sogenannten Hamsterkäufe humorvoll fest. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung schickte einen Schutzanzug aus dem Labor. Und es wäre nicht Braunschweig, wenn die Mundschutz-Masken nicht in blau-gelben Eintracht-Farben gestaltet wären.

Objekte als Zeitzeugen

„Die Objekte werden jetzt inventarisiert und die Geschichten dazu festgehalten“, sagt Museumsdirektorin Pöppelmann. „Wir müssen unmittelbar sammeln und die Gegenwart für die Zukunft genau dokumentieren.“ Die Gegenstände zeigen für die Museumsleiterin den unterschiedlichen Umgang mit der Pandemie. Humor, Solidarität und der Wunsch, aktiv zu werden, spiegelten sich darin wider.

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