Am 9. September 2001 entführten Terroristen zwei Flugzeuge, mit denen sie die Türme des World Trade Centers in New York zum Einsturz brachten. Ist es rechtens, ein solches Flugzeug abzuschießen? Diese Frage verhandelt Ferdinand von Schirach in seinem Theaterstück "Terror"

Am 9. September 2001 entführten Terroristen zwei Flugzeuge, mit denen sie die Türme des World Trade Centers in New York zum Einsturz brachten. Ist es rechtens, ein solches Flugzeug abzuschießen? Diese Frage verhandelt Ferdinand von Schirach in seinem Theaterstück "Terror"

Foto: dpa

Kultur

Justizdrama "Terror" macht die Zuschauer zu Geschworenen

Von Anne Stürzer
28. Januar 2016 // 17:01

Der Terror auf der Bühne: Darf man 164 Passagiere in einem Flugzeug opfern, um 70 000 Stadionbesucher zu retten? Diese Frage verhandelt Anwalt und Bestsellerautor Ferdinand von Schirach („Verbrechen“, „Schuld“) in seinem  Justizdrama  „Terror“. Vor Gericht steht ein Bundeswehr-Pilot, der einen Airbus abgeschossen hat. Am 20. Februar hat das Stück "Terror" in Oldenburg Premiere. Es macht die Zuschauer zu Geschworenen. Schon in acht Theatern haben die Zuschauer über die Frage, die der Bestsellerautor und Jurist in "Terror" stellt, nachgedacht. Knapp 60 Prozent der Zuschauer haben den Angeklagten freigesprochen.

"Terror" ist inspiriert von den Anschlägen vom 11. September

Schirachs Schauspiel „Terror“ ist inspiriert von den Anschlägen von vom 9. September 2001 und zugleich hochaktuell vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge in Paris oder in Istanbul.  Der Verleger Bernd Schmidt vom Kiepenheuer-Verlag machte den Regisseur auf das Stück, das den Terror verhandelt , aufmerksam.

Ist der Major ein Held oder Verbrecher?

Das Publikum sieht den Angeklagten Lars Koch, der verhört wird. Er ist ein Major der Luftwaffe. Er schoss mit seinem Kampfjet ein Zivilflugzeug ab, das wahrscheinlich von Terroristen entführt wurde und das auf ein Stadion zu stürzen drohte. Ist dieser Mann nun ein Verbrecher oder ein Held? Keiner der Zuschauer, die sich "Terror" ansehen, kommt darum herum, sich eine Meinung zu bilden: schuldig oder nicht schuldig? Regisseur Heiler sagt: "Von Schirachs Setting hat uns zu der Frage animiert, wie ein Gerichtsprozess in naher Zukunft aussehen könnte. Wird man versuchen, solche Prozesse durch eine große Anzahl von Laienrichtern anstelle von Spezialisten demokratisch zu legitimieren? Was würde das für Prozesse bedeuten? Was würde sich an der Prozesstaktik der Beteiligten verändern? Für die Beantwortung dieser Fragen haben wir versucht, den Gerichtssaal der Zukunft zu bauen."

"Terror" ist ein intensives Stück

Von Schirach ist fasziniert von dem Gedanken an längst existierende Parallelwelten. Welten, die vom Rechtssystem nicht erfasst werden, die ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Das arbeitet er in „Terror“ mit großer Intensität und extrem spannend heraus. Heiler sagt: " In diese Welten tauchen wir gerade intensiv bei den Proben ein und unsere Hoffnung ist es, dies später auch beim Zuschauer zu erreichen."

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