Waldemar Ottos Männer der frühen Jahre waren Kraftpakete. Der Bildhauer selbst war ein eigensinniger Mensch, der dem Trend zur abstrakten Kunst trotzte.

Waldemar Ottos Männer der frühen Jahre waren Kraftpakete. Der Bildhauer selbst war ein eigensinniger Mensch, der dem Trend zur abstrakten Kunst trotzte.

Foto: dpa

Kultur
Bremen

Otto trotzte dem Zeitgeist

11. Mai 2020 // 18:40

Das Alter ist nichts für Feiglinge. Waldemar Ottos „Alter Mann“, 2008 entstanden, weiß das nur zu gut. Die Skulptur steht da mit hängenden Schultern. Doch noch immer blickt der Greis mit erhobenem Kopf in die Welt. Ganz so wie sein Schöpfer, der noch mit 90 vor Tatendrang zu sprühen schien, wenn er Besuchern sein Atelier in Worpswede zeigte. Am Freitag ist der Bildhauer im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.

Der doppelte Anspruch an die eigene Kunst

Waldemar Otto war zeit seines Lebens ein eigensinniger Mann. Er hielt nichts von Moden, von der abstrakten Ausrichtung der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg schon gar nichts. Er war, so formuliert es Arie Hartog, der Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses in Bremen, in seinem Nachruf, einer der Bildhauer, „die sich ohne Wenn und Aber für die Figur entschieden. Dabei hatte er einen doppelten Anspruch. Erstens kann Kunst etwas über das menschliche Dasein aussagen und zweitens Zeitgrenzen überspringen“.

Ottos Neptunbrunnen in Bremen

Vor allem mit seinen Arbeiten im öffentlichen Raum sprach der international renommierte Bildhauer unmittelbar die Gefühle der Betrachter an. Für diese Werke benötigen selbst Laien keinen Übersetzer. Die Skulpturengruppen erzählen Geschichten, traurige wie das Mahnmal zum Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus vor der Großen Kirche in Bremerhaven und nicht ganz so traurige wie der Neptunbrunnen am Domshof in Bremen.

Mehr über das Leben und die Werke des Künstlers morgen in der NORDSEE-ZEITUNG und bereits jetzt auf norderlesen.de.

Der „Alte Mann“ weiß um die Mühen des Alterns. Seine Schultern hängen schlaff, doch er blickt erhobenen Hauptes in die Welt.

Der „Alte Mann“ weiß um die Mühen des Alterns. Seine Schultern hängen schlaff, doch er blickt erhobenen Hauptes in die Welt.

Foto: picture-alliance/ dpa

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