Sarah Kuttner hat einen neuen Roman geschrieben.

Sarah Kuttner einen neuen Roman geschrieben, eine der Figuren leidet wieder unter Depressionen.

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Kultur

Sarah Kuttner schreibt wieder über Depressionen

Von Anne Stürzer
20. Januar 2016 // 16:30

Als Fernsehmoderatorin wurde Sarah Kuttner bekannt, doch mittlerweile hat sich die Berlinerin auch als Autorin einen Namen gemacht. Ihr dritter Roman hat allerdings Gemeinsamkeiten mit den beiden Vorgängern. Auf den ersten Blick beginnen Jules Probleme mit einem Blowjob im Büro ihres Chefs. Auf den zweiten ist die schnelle Nummer nur Ausdruck tiefliegender Schwierigkeiten der jungen Berlinerin. Denn für Jule, Hauptfigur im neuen Roman von Sarah Kuttner  "180 Grad Meer" (S. Fischer), ist der körperliche Akt eine Flucht vor echter emotionaler Nähe. Zu dumm nur, dass ihr Freund Tim das nicht so recht nachvollziehen kann.

Schlüssel liegt in der Kindheit

Um ihr Leben zu ordnen, fliegt Jule nach London zu ihrem Bruder Jakob. Doch der ist nicht ihr einziges Familienmitglied in England: Auch Jules Vater, der sie als Mädchen mit ihrer depressiven Mutter alleingelassen hat, lebt dort inzwischen mit seiner neuen Frau. Schnell wird klar: Der Schlüssel zu Jules Problemen liegt eigentlich in ihrer Kindheit. Doch um Frieden mit ihrem Vater zu machen, bleibt nicht mehr viel Zeit: Er hat Krebs.

Suche nach der richtigen Richtung

Sarah Kuttner beschreibt in ihrem dritten Roman wie zuvor auch in "Mängelexemplar" die Folgen von Depressionen  mit dem Unterschied, dass die Hauptfigur diesmal nicht selbst darunter leidet, sondern die Erkrankung ihrer Mutter ihr weiteres Leben entscheidend beeinflusst hat. Mit dem Vorgänger "Wachstumsschmerz" hat "180 Grad Meer" unter anderem die Suche einer jungen Frau nach der richtigen Richtung im Leben gemein.

Sarah Kuttner setzt auf schwere Themen

Krebs, Depressionen, Probleme in der Familie. Sarah Kuttner schreckt in ihrem Buch nicht vor schweren Themen zurück. Dennoch ist es mit einer gewissen Leichtigkeit geschrieben -  und Protagonistin Jule durch ihre Selbsterkenntnis und -ironie alles andere als eine Antiheldin. So viel sei aber verraten: Jule trifft schließlich ihren Vater und der wiederum hat etwas mit dem Buchtitel "180 Grad Meer" zutun. Was genau, erfahren die Leser allerdings erst ganz zum Schluss.

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