Auf der Leipziger Buchmesse werden die Neuerscheinungen dieses Frühjahrs vorgestellt. Da haben die Verlagsmitarbeiter gut zu tun, um die Regale zu bestücken.

Auf der Leipziger Buchmesse werden die Neuerscheinungen dieses Frühjahrs vorgestellt. Da haben die Verlagsmitarbeiter gut zu tun, um die Regale zu bestücken.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Kultur

Die Leipziger Buchmesse gibt sich politisch

Von Anne Stürzer
16. März 2016 // 18:09

Die Leipziger Buchmesse http://www.leipziger-buchmesse.de setzt ein Zeichen für Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Bei der feierlichen Eröffnung des viertägigen Literaturmarathons appellierte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch an Autoren und Verleger. Sie sollen sich einzumischen und auch persönlich Flagge zu zeigen. "Wir brauchen ein Gegengewicht zu denen, die politisch fordern, ohne Lösungen anzubieten", sagte Vorsteher Heinrich Riethmüller, "die plakativer Propanda hinterherlaufen und dabei so viel lauter sind als die Nachdenklichen in der Gesellschaft."

Historiker ausgezeichnet

Der Berliner Historiker Heinrich August Winkler wurde bei der Veranstaltung im Gewandhaus mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Der 77-Jährige mahnte eine "nachhaltige Asylpolitik" an. Winkler erhielt die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung für sein vierbändiges Mammutwerk "Geschichte des Westens". "Die Kunst, präzise Analyse und anschauliche Erzählung zu verbinden, beherrscht Winkler wie kaum ein zweiter deutscher Historiker", sagte Laudator Volker Ullrich. Auf jedem der 1900 Plätze im Gewandhaus lag ein Plakat zum Hochhalten mit der Mahnung "Für das Wort und die Freiheit". Riethmüller sagte: "Wir möchten damit zeigen, dass es uns nicht egal ist, wenn unsere Werte in Misskredit gezogen werden." Die einzigartige Verlags- und Literaturlandschaft in Deutschland gehöre zu den Grundpfeilern der Demokratie.

2250 Aussteller sind auf der Leipziger Buchmesse

Auf der Leipziger Buchmesse präsentieren sich bis zum Sonntag 2250 Aussteller (Vorjahr: 2263) aus 42 Ländern. Zusammen mit dem begleitenden Lesefestival "Leipzig liest" erwarten die Veranstalter wie im Vorjahr rund 250 000 Besucher. Nicht nur die Eröffnung, auch die Leipziger Buchmesse selbst wird sich so deutlich wie selten mit der aktuellen Politik beschäftigen. Mit dem Sonderprogramm "Europa21" sei zum ersten Mal ein Schwerpunktthema gewählt worden, "das wirklich jeden betrifft", sagte der Geschäftsführer der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille . In  Diskussionsrunden soll es aber nicht nur um die Flüchtlingskrise gehen, sondern um die Frage, wie die Gesellschaften Europas zusammenleben wollen.

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