Ab dem 25.03.2016 kann man sich im Freilichtmuseum Detmold rund um die Geschichte der Toilettenkultur informieren.

Ab dem 25.03.2016 kann man sich im Freilichtmuseum Detmold rund um die Geschichte der Toilettenkultur informieren.

Foto: Caroline Seidel/dpa

Kultur

Kein Griff ins Klo: Ausstellung widmet sich dem stillen Örtchen 

Von nord24
26. März 2016 // 13:00

Von wegen "Scheiße sagt man nicht!": In der gleichnamigen Ausstellung nennt das Freilichtmuseum Detmold die kleinen und großen Geschäfte, die jeder Mensch täglich zu erledigen hat, beim Namen: Alles dreht sich um die Geschichte der Toilette. Lesen habe er auf der Toilette gelernt, habe ein Besucher der Ausstellungskuratorin Janina Raub berichtet. Denn auch in Deutschland dienten noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein alte Zeitungen als Toilettenpapier. "Solche Geschichten rund um das stille Örtchen haben uns Besucher erzählt, als sie von der Ausstellung erfuhren", berichtet die Wissenschaftlerin. Sie will mit der neuen Schau "Scheiße sagt man nicht" (25. März bis 30. Oktober) im Freilichtmuseum Detmold das Thema Toilette aus der Tabuzone holen.

100 Gebäude mit 80 Toiletten

"Wir haben auf dem Gelände 100 Gebäude mit 80 Toiletten und jeder Menge Mist vorm Haus", erklärt Jan Carstensen, der Leiter des Freilichtmuseums, das mit seinen historischen Bauern- und Bürgerhäusern aus der Zeit des 16. bis 20. Jahrhunderts jährlich rund 200 000 Gäste anlockt. Es habe also nahegelegen, das Thema in einer Ausstellung aufzugreifen. Überall auf dem Museumsgelände können Besucher die kleinen Plumpsklo-Häuschen neben den Höfen entdecken. Auch eigens angebaute Erker im Obergeschoss, in denen menschliche Bedürfnisse sozusagen im freien Fall erledigt wurden, und erste, zu ihrer Zeit als absoluter Luxus empfundene Wasserklosetts gehören zur Museums-Ausstattung.

Charme eines Bahnhofsklos

Die eigentliche Ausstellung findet sich in einer historischen Scheune. Und die versprüht im Inneren den sprichwörtlichen Charme eines Bahnhofsklos. Mit weißen Kachelwänden und leise summenden Leuchtstoffröhren haben die Ausstellungsmacher eine ideale Umgebung geschaffen. Dabei bieten sie weit mehr als eine Aneinanderreihung von historischen Nachttöpfen, dezent mit Leder gepolsterten und Rüschen verzierten Toiletten-Sesseln und anderen "Sitzungsmöbeln". Hinzu kommen jede Menge Informationen, die ganz stilecht wie Klosprüche per Hand an die Wände geschrieben wurden.

Immer informiert via Messenger
​Welcher Bremerhaven-Song ist der Beste?
1671 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger