Gefälschter Tequila im Klärwerk vernichtet

Eine Mitarbeiterin des Klärwerks von Hetlingen (Schleswig-Holstein) nimmt eine Probe des gefälschten Tequilas. 25 000 Liter der beschlagnahmten Ware wurden in dem Klärwerk vernichtet. Foto Charisius/dpa

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Kurios

25 000 Liter Tequila landen im Klärwerk

Von nord24
10. Dezember 2015 // 18:09

Da staunten die Beamten nicht schlecht: Am 10 Oktober beschlagnahmte der Zoll im Hamburger Hafen einen Container mit 25 000 Liter gefälschtem Tequila als Inhalt. Nun wurde die alkoholreiche Fracht im Klärwerk von Hetlingen (Schleswig-Holstein) vernichtet.

Aus Tequila wird Strom

Im Beisein der mexikanischen Botschafterin Patricia Espinosa Cantellano versprach die Chefin des Klärwerks, Christine Mesek: "Daraus werden nun 20 000 Kilowattstunden Strom." Der gefälschte Schnaps hatte einen Alkoholgehalt von über 65 Prozent. Die mexikanische Spezialität aus dem Bundesstaat Jalisco darf aber nur einen Alkoholgehalt von 35 bis 55 Prozent haben. Und ganz wichtig: Echter Tequila wird aus dem Herz der Blauen Agave hergestellt, die als besonders hochwertig gilt.

Gepanschter Schnaps kann zum Tod führen

Auch der Präsident des Tequila-Regulierungsrates, Miguel Ángel Dominguez Morales, war extra für die Entsorgung der Spirituose angereist. Begründet wurde die hartnäckige Verfolgung von Tequila-Fälschungen vor allem mit dem Verbraucherschutz: Die illegalen Getränke können Methanol enthalten, der Leber und Gefäße schwer schädige und sogar zum Tod führen könne. Die Vernichtung des gefälschten Branntweins wird in einer Urkunde bestätigt, die Mesek der Botschafterin Espinosa Cantellano überreicht. Das entstehende Klärgas kommt ins Blockheizkraftwerk und wird dort zur Stromerzeugung genutzt. Eine Rechnung für die Entsorgung gibt es trotzdem. Laut Gebührenordnung fallen für die 25 Kubikmeter Branntwein 46,85 Euro an, erklärt Mesek.

Wer trägt die Kosten?

An wen die Rechnung gehen wird, ist unklar. Die Kosten für die Reise der 28-köpfigen Delegation aus Mexiko an die Elbe dürften weit höher gewesen sein.

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