Unbeliebtes Geburtstagskind: Die Radarfalle in Deutschland wird 60 Jahre alt.

Unbeliebtes Geburtstagskind: Die Radarfalle in Deutschland wird 60 Jahre alt.

Foto: Archivfoto: Seeger/dpa

Kurios

Dieses Geburtstagskind mag niemand: 60 Jahre Radarfalle

Von nord24
21. Januar 2017 // 09:00

Immer wieder waren sie der blanken Wut der Temposünder ausgesetzt: Radarfallen wurden beschossen, angezündet, abgesägt, mit Farbe besprüht und mit Klebeband umwickelt. Vor 60 Jahren wurde erstmals in Deutschland ein Radargerät getestet, das allzu flotte Autofahrer gerichtsfest überführen sollte.

Zahl der Verkehrstoten schnellt in die Höhe

Zuvor war die Zahl der jährlichen Verkehrstoten in der noch jungen Bundesrepublik trotz des relativ geringen Verkehrsaufkommens auf erschreckende 13.000 in die Höhe geschnellt. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 ging die Zahl der Verkehrstoten einer ADAC-Prognose von Ende Dezember zufolge auf rund 3280 zurück - das wäre der tiefste Wert seit Beginn der Unfallstatistik im Jahr 1950.

Keiner mag die neue "Wunderwaffe"

Als Stichtag der ersten Radarkontrolle gilt in vielen Publikationen der 21. Januar 1957 mit einem Test in Düsseldorf - doch Historiker und Archivare tun sich schwer, dieses Datum auf den Tag genau zu bestätigen.  In der Bevölkerung kam die neue "Wunderwaffe" der Polizei nicht so gut an, wie Fachzeitschriften damals vermerkten. Schnell wurden Begriffe wie Abzockerei und Wegelagerei laut.

Mit 20 Sachen im Geschwindigkeitsrausch

Die Geschwindigkeitskontrolle selbst ist aber noch deutlich älter - die ist nämlich gerade 100 Jahre alt geworden. 1906 maßen eifrige Polizisten im badischen Kehl das Tempo von Kraftfahrern im "Geschwindigkeitsrausch". Auf einer bestimmten Streckenlänge wurden Autofahrer mit Fahnenzeichen und Taschenuhr "überführt". Damals galt Tempo 20 als ziemlich unverantwortliche Raserei.
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Leere Staatskassen oder Schutz der Verkehrssicherheit?

Inzwischen sind etwa 1800 Geräte als fest montierte "Starenkästen" über Deutschland verteilt - und versetzen mit ihren Blitzen Autofahrer immer wieder in ohnmächtige Wut. In einigen Fällen konnten Rechtsanwälte den Abbau der Blitzer erzwingen, wo deren Millioneneinnahmen allzu offensichtlich mehr der klammen Staatskasse dienten als der Verkehrssicherheit.

Allerlei Tricks gegen das Blitzen

Die Gegner der Radargeräte haben illegal aufgerüstet: Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für das Nummernschild sollen vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug schützen. Die Polizei kontert seit einigen Jahren mit modernen und kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in Genauigkeit übertrumpfen - und mit dem Blitz-Marathon, den 24-stündigen Kontrolltagen.

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