Hersteller zeigen ihre Kondome

Die Einhorn-Geschäftsführer Waldemar Zeiler (rechts) und Philip Siefer halten Kondome ihrer Firma in die Kamera eines Fotografen. Foto Gambarini/dpa

Foto: Scheschonka

Kurios

Gericht entscheidet über Orgasmus-Streit

Von Ulrich Kroeger
26. November 2015 // 13:18

Wie viele Orgasmen sind mit einem Kondom möglich? Um diese Frage ging es jetzt in einem kuriosen Gerichtsstreit. Dabei blieb das Landgericht Düsseldorf am Donnerstag bei seiner harten Haltung. Für die Richter ist die Angabe "entspricht bis zu 21 Orgasmen" auf einer Verpackung mit sieben Kondomen irreführend. Die Richter (Az.: 14c O 124/15) bestätigten das Verbot einer solchen Werbeaussage. Sie könne zu Mehrfachgebrauch verleiten. Gerade bei Jugendlichen sei die mehrfache Verwendung eines Kondoms einer der häufigsten Fehler.

Mehrere Orgasmen möglich

Die Berliner Firma Einhorn hatte gegen die bereits im August erlassene einstweilige Verfügung Widerspruch eingelegt. Bei dem Satz habe es sich um einen Spaß gehandelt. Auch beim Einmalgebrauch eines Kondoms seien mehrere Orgasmen möglich. Dazu müsse man nur die Orgasmen von Mann und Frau addieren. Auf den Verpackungen werde vor dem Mehrfachgebrauch an anderer Stelle gewarnt. Der konkurrierende Hersteller Fair Squared hatte gegen die Orgasmus-Behauptung geklagt .   Die Vorsitzende Richterin Johanna Brückner-Hofmann betonte, es gehe immerhin um Schwangerschaftsverhütung und den Schutz vor gefährlichen Geschlechtskrankheiten. Als Medizinprodukte gelten für Kondome strenge Anforderungen. "Niemand hat etwas gegen Spaß, aber das kann man leicht in den falschen Hals bekommen", sagte ein Gerichtssprecher.

"Pseudo-lustige Aussagen"

Der Konkurrent Fair Squared in Köln ist zufrieden. "Das Urteil bestätigt unsere Auffassung, dass es gefährlich ist, insbesondere junge Verbraucher mit pseudo-lustigen Aussagen über die Orgasmusfähigkeit von Kondomen zu irritieren", sagte Fair-Squared-Geschäftsführer Oliver Gothe.

"Make Love" und "Spermamonster"

Die Sorten von Einhorn heißen "Make Love", "Moonshine" und "Spermamonster". Sie erschienen zuletzt mit dem Makel eines schwarzen Balkens auf der Verpackung. Die Einhorn-Anwälte hatten die die Angaben verteidigt. Sie richteten sich an eine junge Käuferschaft, die Spaß verstehe. "Kann Spuren von Feenstaub enthalten", stehe ebenfalls auf der Verpackung. Das glaube auch niemand.  

Der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke erklärte vor Beginn des Prozesses den Rechtsstreit und seine Hintergründe:

Ziegenblasen als Kondome

Kondome sind übrigens fast so alt wie die Menschheit. Schon um 1200 vor unserer Zeitrechnung soll König Minos von Kreta Ziegenblasen wie ein Kondom benutzt haben. Im 16. Jahrhundert empfahl der italienische Arzt Gabriele Falloppio mit Asche und Salzen präparierte Leinensäckchen. Die sollten vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Kondome aus Blinddärmen von Schafen und Ziegen hergestellt.

Erste Kondome aus Gummi

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Kondome
Kondome liegen auf einem Leuchttisch. Berg/dpa

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Kondompackungen
Einhorn-Kondome liegen auf einem Tisch. Foto Gambarini/dpa

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Hersteller zeigen Kondome
Die Einhorn-Geschäftsführer Waldemar Zeiler (rechts) und Philip Siefer Kondome ihrer Firma in die Kamera. Foto Gambarini/dpa

© Foto: Scheschonka

Erst im 19. Jahrhundert gelang ein Durchbruch: Charles Goodyear entwickelt in den USA das Verfahren der Vulkanisation und erfand den Autoreifen. 1855 stellte er auch das erste Kondom aus Gummi her. Der Berliner Julius Fromm perfektionierte das Verfahren zu Beginn des 20. Jahrhunderts und entwickelte die heute üblichen Latex-Kondome. Sie sind reißfest, elastisch und dünn. Schon 1919 wurden davon 150.000 Stück pro Tag hergestellt. Hier gibt's noch mehr Kurioses auf nord24.

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