Ein WhatsApp-Chatverlauf, in dem das Wort "Lost" vorkommt.

48 Prozent der Jugendlichen stimmten für „Lost“ als „Jugendwort des Jahres 2020“.

Foto: picture alliance/dpa

Kurios

„I bims 1 Smombie“ – Jugendwörter der Jahre 2008-2020

Von nord24
15. Oktober 2020 // 12:31

Jugendliche haben in einer Abstimmung entschieden: „Lost“ ist das diesjährige „Jugendwort des Jahres“. Mit dem Begriff wird ahnungsloses und unsicheres Verhalten beschrieben, wörtlich übersetzt bedeutet es „verloren“. Wie fiel die Abstimmung, die es seit 2008 gibt, in den vergangenen Jahren aus?

Auch im Finale: „Cringe“ und „Wyld/Wild“

Mit 48 Prozent der Stimmen hat „Lost“ sich gegen die Finalisten „Cringe“ und „Wyld/Wild“ durchgesetzt, wie der Pons-Verlag am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Jugendliche waren im Internet aufgerufen, Vorschläge einzureichen und das Wort in mehreren Abstimmungen auszuwählen. Eine Jury hatte zwischendurch aus den besten Vorschlägen eine Liste mit zehn Wörtern zusammengestellt. Mehr als eine Million Stimmen wurden laut einer Verlagssprecherin im Wettbewerb abgegeben, der im Juni gestartet war.

Ein Überblick der bisherigen Jugendwörter

- 2020: Lost. In der Jugendsprache ist damit jemand gemeint, der sich ahnungslos, unsicher oder unentschlossen verhält. Im Englischen bedeutet das Wort „verloren“.

- 2018: Ehrenmann/Ehrenfrau. Diese Wortschöpfung bedeutet „jemand, der etwas Besonderes für dich tut“.

- 2017: I bims. Der Ausdruck bedeutet „Ich bin“ oder „Ich bin’s“ und ist ein Sprachphänomen aus den sozialen Medien.

- 2016: Fly sein. Der Ausdruck kommt aus der Hip-Hop-Sprache und soll so viel bedeuten wie: jemand oder etwas „geht besonders ab“.

- 2015: Smombie. Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.

- 2014: Läuft bei dir. Vor drei Jahren wurde ein Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.

- 2013: Babo. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater).

- 2012: Yolo. Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ - eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.

- 2011: Swag. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.

- 2010: Niveaulimbo. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.

- 2009: hartzen. Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie herumhängen oder auch arbeitslos heißen.

- 2008: Gammelfleischparty. Damit ging alles los. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

Mit dem „Jugendwort des Jahres“ warb der Münchner Langenscheidt-Verlag von 2008 an zehn Jahre lang für sein Buch „100 Prozent Jugendsprache“. Nach der Übernahme der Marke Langenscheidt durch den Pons-Verlag gibt es nach einer einjährigen Unterbrechung 2020 eine Fortsetzung der Wahl.

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