Keine Kosten durch Stehpinkeln

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Kurios

Keine Kosten durch Stehpinkeln

Von Lili Maffiotte
12. November 2015 // 16:40

Die einen sitzen, die anderen nicht und manchmal führt der Harndrang auch vor den Richter. So in einem Fall in Düsseldorf, wo ein Mieter durch das Urinieren im Stehen den Marmor im Badezimmer beschädigt hat. Durch die Spritzer sei der Boden stumpf und fleckig geworden, woraufhin die Vermietern 2000 Euro von der Mietkaution einbehielt.

Ungeeigneter Boden

Damit war der Mieter nicht einverstanden und bekam nun vor dem Landgericht in Düsseldorf Recht. Denn Vermieter müssen in ihren Wohnungen mit Stehpinklern rechnen, Mieter aber nicht mit dafür ungeeigneten Böden, begründete das Gericht die Entscheidung (Az.: 12 S 13/15). Sie hätte vom Mieter nur dann Schadenersatz verlangen können, wenn sie zuvor auf die besondere Empfindlichkeit des Bodens hingewiesen hätte, befand das Gericht.

Wenn der Harndrang vor dem Richter endet

Pinkeln im Garten stört den Hausfrieden

Ein Mieter, der sein Geschäft immer wieder auf dem mitvermieteten Rasen vor einem Mehrparteien-Haus erledigte, musste seine Wohnung räumen. Ein Kölner Amtsrichter gab 2010 der Klage eines Nachbarn statt.

Lautes Pinkeln

Weil ihr das Urinieren eines Nachbarn im Stehen zu laut war, zog eine Frau 1996 vor das Amtsgericht Wuppertal, allerdings erfolglos. Der Richter urteilte: "Letztlich ist die Toilettenbenutzung zwangsläufig mit einer Geräuschentwicklung verbunden."

Pipi-Posse in der Bahn

Ein Fahrgast durfte in einem Zug ohne Toilette in einen Mülleimer pinkeln. Er hatte die Erlaubnis vom Schaffner. Zur Strafe degradierte die Deutsche Bahn den Zugbegleiter nach 36 Dienstjahren zum Nachtwächter. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht zeigte 2011 Verständnis für den Eisenbahner, der den unvermeidbaren Schaden immerhin zu begrenzen versucht habe. Die Bahn nahm die Versetzung schließlich zurück.

Der starke Mann mit der schwachen Blase

Ein Mann erleichterte sich 2003 an einem Düsseldorfer Gotteshaus und verpasste dem aufgebrachten Küster anschließend ein blaues Auge. Der hatte zur Kamera gegriffen und den Mann fotografiert. Vor dem Amtsgericht kam der starke Mann mit der schwachen Blase mit einer Bewährungsstrafe davon.

Pinkeln und Putzen

Mit 20 Stunden Arbeit in öffentlichen Toiletten bestrafte das Amtsgericht Sondershausen (Thüringen) 2002 einen angetrunkenen 20-Jährigen: Er hat in einem Supermarkt in ein Weinregal uriniert. Der Richter sagte damals zur Urteilsbegründung: "Damit er mal sieht, wie es ist, anderer Leute Dreck wegzumachen."
 

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