Sorgsamer Umgang ist empfehlenswert, wenn ein Tannenbaum nach den Festtagen wieder abgegeben werden muss. Foto dpa

Sorgsamer Umgang ist empfehlenswert, wenn ein Tannenbaum nach den Festtagen wieder abgegeben werden muss. Foto dpa

Foto: PR

Kurios

Mieten statt kaufen: Der geliehene Weihnachtsbaum

Von Lili Maffiotte
15. Dezember 2015 // 16:03

Jedes Jahr landen nebst Verpackungen und Geschenkpapier Millionen Weihnachtsbäume auf dem Müll. Aber es gibt eine Alternative: dem geliehenen Tannenbaum ist ein Leben nach den Festtagen beschert.

Schlechtes Gewissen

An Weihnachten stehen sie noch bunt geschmückt in den Wohnzimmern. Danach werden sie ausgemustert, Müll. Naturschützer finden es fragwürdig, so mit Lebewesen umzugehen. Aber so manch anderer hat ein schlechtes Gewissen. Doch die Festtage ohne Baum ist für die meisten unvorstellbar.

Die Wandertanne im Topf

150 Nordmanntannen warten auf dem Gelände der Baumschule Scholz in Bad Zwischenahn auf ihren festlichen Einsatz - die Axt bekommen sie dafür nicht zu spüren. Denn bei ihnen handelt es sich um ein besonderes Modell: Die Wandertanne, wie Kersten Scholz sie nennt. Die Bäume stecken samt Wurzeln in einem Topf, in dem sie die Festtage verbringen werden. Danach pflanzen Scholz und seine Kollegen die Pflanzen wieder draußen in der Baumschule seiner Eltern aus.

Der Weihnachtsbaum auf Reisen

Bevor es auf die Reise geht, kommen die Tannen einige Tage in eine Halle. "Damit sie sich an die Wärme gewöhnen", sagt der 25-Jährige. 1,25 bis 2,25 Meter messen die lebendigen Miet-Bäume. Die Kunden in Bremen, Oldenburg und der Region können die Bäume in diesem Jahr erstmals liefern und später wieder abholen lassen. Damit die Tannen die strapaziöse Zeit im Topf überstehen, müssen sie vorher regelmäßig umgepflanzt werden. "Dadurch entstehen Feinwurzeln, mit denen sie später wieder anwachsen", sagt Scholz. Trotzdem werden es wohl nicht alle schaffen. "Wir hoffen auf 75 Prozent."

"Konsum funktioniert auch anders"

Ähnliche Erfahrungen hat das Drei-Mann-Unternehmen Happy Tree gesammelt. Das Start-up hat im vergangenen Jahr 400 lebendige Bäume in Köln und Düsseldorf verliehen. In diesem Jahr sollen es 3000 in zwölf Städten sein. Die Nordmanntannen stammen von einer Baumschule in den Niederlanden, die diese direkt im Topf zieht und darin auch auspflanzt. Für die Weihnachtszeit können sie also einfach aus der Erde geholt werden, ohne Wurzeln zu lassen. Dreiviertel haben das im vergangenen Jahr gut überstanden, sagt Gründer Sebastian Schönfeld. Sein Motiv: "Wir wollen in erster Linie zeigen, dass Konsum auch anders funktionieren kann." Der Aufwand hat seinen Preis: 44 bis 79 Euro zahlen Kunden je nach Größe für eine Wandertanne, bei Happy Tree sind es 65 bis 80 Euro.

Die anderen Tode des Weihnachtsbaums

Weihnachtsbäume im Topf kann man in den USA, Großbritannien und der Schweiz schon länger mieten. In Deutschland machen diese Bäume nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger unter den etwa 23 Millionen Christbäumen bisher nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Ob ein lebendiger Baum wirklich nachhaltiger ist, bezweifelt Verbandssprecher Hans-Georg Dressler. "Man kann den im Topf schnell zugrunde richten." Zu viel Wärme und zu wenig Wasser bekommen ihm gar nicht.
Eine Idee für den passenden Baumschmuck  hat Louis Pfeiffer. Der Rentner aus Oldenburg schreibt die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel auf Christbaumkugeln.  

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

8346 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram