Vor 20 Jahren versammelten sich am Biberbrunnen rechte Jugendliche und belästigten Passanten: Schüler Arved Netzer hofft, dass so etwas heute nicht möglich ist.

Vor 20 Jahren versammelten sich am Biberbrunnen rechte Jugendliche und belästigten Passanten: Schüler Arved Netzer hofft, dass so etwas heute nicht möglich ist.

Foto: Gehrke

Cuxland

1996: Als in Beverstedt die Angst regierte

Von Jens Gehrke
1. April 2016 // 16:00

Kaum noch vorstellbar, was am Beverstedter Biberbrunnen 1996 los war. Damals hockte auf dem roten Backsteinrand regelmäßig eine Gruppe von jungen Männern, die für Gewalt und rechte Sprüche stand. Springerstiefel, Bomberjacken, Sturmmasken. Beverstedt hatte ein echtes Problem.Und hat es gelöst mit einer Präventionsarbeit, die bundesweit zum Vorbild wurde. Ein Schüler hat jetzt mit einer Facharbeit, 20 Jahre später, das Thema aufgegriffen.

Zeitweise bis zu 50 Chaoten

Die rechtsgesinnte Chaoten-Gruppe wuchs damals zeitweise auf bis zu 50 Personen zwischen 14 und 26 Jahren an. Der Spiegel berichtete. Rechte Parteien erkannten das Potenzial und warben um die Gunst der Gruppe. Doch dann kam eine starke Reaktion. „Im Januar 1997 startete die damalige Samtgemeinde das Modellprojekt gegen Gewaltbereitschaft und politischen Extremismus in der Samtgemeinde Beverstedt“, so der Bokeler Arved Netzer, der sich jetzt als Schüler der IGS Osterholz mit dem Thema beschäftigt. Polizei, Schule, Amtsgericht, Jugendamt und andere schlossen sich zusammen, ein Präventionsrat wurde gebildet.

Neue Streetworker und Jugendpfleger

Die Jugendlichen wurden gezielt aufgesucht, vor allem den Mitläufern gab man eine neue, andere Perspektive. Die Zahl der Jugendpfleger und Streetworker wuchs. Zwölf Jugendliche wurden direkt erreicht. 1999 war der Spuk in seiner Wucht wieder vorbei. Das Projekt wurde als „Bilderbuch-Jugendarbeit“ betitelt und bundesweit als beispielhaft gesehen.

Schüler: "Heute nicht mehr möglich"

Arved Netzer weiß, dass das alles 20 Jahre her ist. Doch er fragte sich zu Beginn seiner Spurensuche auch, ob heute noch so etwas möglich ist. „Ich glaube nicht“, so sein Fazit. Was damals in der Jugendarbeit aufgebaut wurde, sei noch immer vorhanden Allerdings möchte Arved sich auch nicht vorstellen, was so eine Gruppe heute anrichten könnte, jetzt, wo viele Flüchtlinge in der Gemeinde seien. Doch er habe Vertrauen, dass im Jahr 2016 keiner mehr wegguckt.

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