Derzeit sind vier Traktor-Gespanne im Einsatz, um das Wasser vom Appelner Dorfgraben zum Klärwerk in Beverstedt zu fahren. Foto Rendelsmann

Derzeit sind vier Traktor-Gespanne im Einsatz, um das Wasser vom Appelner Dorfgraben zum Klärwerk in Beverstedt zu fahren. Foto Rendelsmann

Cuxland

Abwasser-Drama in Appeln: Die Zeitleiste

Von Jens Gehrke
27. Januar 2016 // 20:23

Der letzte Akt im Abwasser-Drama in Appeln ist eingeläutet. Die Gemeinde Beverstedt will bis Ostern ein Rückhaltebecken bauen, in dem das Regenwasser künftig gefiltert und gereinigt werden soll. Zeitgleich müssen die Dorfbewohner spätestens dann die Sickermulden für den Überlauf aus ihren Kleinkläranlagen fertig haben. Das Ziel: Das Wasser im Dorfgraben soll wieder so sauber werden, dass es in die Lune abfließen darf.

Jahrelanges Hin und Her in Appeln

Der Bau des Rückhaltebeckens soll den Schlusspunkt unter einen jahrelangen Streit setzen. Landkreis, Gemeinde und Dorfbewohner setzten sich mit immer neuen Forderungen unter Zugzwang.

Abwasser-Drama: Die Chronologie

  • Juni 2013: Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz stellt in der Lune zu hohe Nitritwerte fest. Die erlaubten Werte (0,2 Milligramm pro Liter) waren zehnfach überschritten.
  • Sommer 2013: Ein Verursacher kann nicht ermittelt werden. Der Kreis versperrt den Zufluss des Dorfgrabens in die Lune mit einem Damm. Die Gemeinde lässt das Wasser nun per Tankwagen zur Beverstedter Kläranlage abfahren.
  •  Juni 2014: Die Politik beschließt einstimmig, Appeln an die Kläranlage in Beverstedt anzuschließen. Kosten: 1,7 Millionen Euro.
  •  Juli 2014: In Appeln hat sich Widerstand gegen den teuren Kanalanschluss formiert. Die Politik rudert in Sachen Kläranlage wieder zurück.

Gutachten retten die Kleinkläranlagen

  • September 2014: Ein Gutachten ergibt, dass die Hälfte der rund 60 Kleinkläranlagen in Appeln gut bis sehr gut arbeitet. Nur 6 arbeiten schlecht.
  •  Dezember 2014: Die Gemeinde stellt 24 Appelnern, aus deren Kleinkläranlagen der Überlauf in den Dorfgraben fließt, ein Ultimatum: Bis April sollen sie ihre Kläranlagen abklemmen.
  • Frühjahr 2014: Die Appelner setzen sich zur Wehr. Die Frist wird verlängert.
  •   Juni 2015: Die Verwaltung schlägt vor, ein Rückhaltebecken zu bauen, in dem das Regenwasser aufbereitet und gereinigt wird, bevor es in die Lune fließt. Finanzieren will sie das mit einer Regenwasser-Gebühr.
  •  Juli 2015: Der Rat vertagt die Entscheidung über die Gebühr. Die Appelner haben 150 Unterschriften dagegen gesammelt.
  • Herbst 2015: Die Politik beschließt den Bau des Rückhaltebeckens. Die Gebühr kommt erst mal nicht – weil der Haushalt gut aussieht.
  • Dezember 2015: Die letzte Frist für die Appelner
 

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