Peter Holthusen, Dr. Joachim Ulbricht und Jan Holthusen (vl. l.) haben den für sie optimalen ersten Standort gefunden und richten ihre Antenne für die Peilung auf.

Peter Holthusen, Dr. Joachim Ulbricht und Jan Holthusen (vl. l.) haben den für sie optimalen ersten Standort gefunden und richten ihre Antenne für die Peilung auf.

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Cuxland
Freizeit

Amateurfunker gehen auf große Fuchsjagd

Von nord24
23. Oktober 2016 // 09:00

„Manchmal denken die Leute, wir kommen von der GEZ, der Gebühreneinzugszentrale“, sagt Dirk Ahrens und lacht. Das haben er und seine Amateurfunker-Mitstreiter schon oft erlebt, wenn sie mit den großen Antennen-Aufbauten auf ihren Fahrzeugen auf Fuchsjagd sind. Bei dieser Fuchsjagd geht es unblutig zu, denn die Füchse sind Peilfüchse, also Sender, die ausfindig gemacht werden müssen. Zur 30. Mobilfuchsjagd „Rund um den Radarturm“, die jedes Jahr im Oktober zum Abschluss der Saison stattfindet, hatte jetzt Dirk Ahrens vom Ortsverein Bremerhaven I 05 eingeladen.

Amateurfunkerzeugnis ist notwendig

Schon seit 1978 ist der Uthleder leidenschaftlicher Amateurfunker. Erforderlich ist dafür ein Amateurfunkzeugnis, das die Bundesnetzagentur nach erfolgreich abgelegter Amateurfunkprüfung ausstellt. Gleichzeitig wird ein sogenanntes personengebundenes Amateurfunkrufzeichen zugeteilt. „Ich bin DJ8YZ“, sagt Friedrich „Friedel“ Garbers, der für seine Antenne sogar ein Loch in sein Autodach gebohrt hat. Viele Jahre hat er eine Mobilfuchsjagd in Bremen organisiert, heute ist er mit seiner fünf Meter hohen Antenne als Jäger unterwegs.

Peilanlage auf dem Dach

Begleitet wird der Bremer von DG8BBB, Heino Rolfes heißt sein Navigator außerhalb der Funkerszene. Während sich die beiden noch besprechen, stellen Lorenz Johannsen aus Tostedt und Reinhard Walleneit aus Soltau schon mal ihre selbstgebaute Peilanlage auf dem Autodach auf. „Da stecken 20 Jahre Erfahrung drin“, sagen die Funker. In einem Gebiet von 150 Quadratkilometern werden fünf Peilfüchse versteckt, deren Position bestimmt werden muss. Positioniert sind die Fahrzeuge mit den Füchsen in Dorfhagen, Driftsethe, Axstedt, Uthlede und Ohlenstedt. Aber das müssen die Jäger erst noch herausfinden.

Hoher Standplatz vorteilhaft

Nach Ausgabe des Kartenmaterials bricht das Jagdfieber aus, und die elf teilnehmenden Funkerteams, die unter anderem aus Minden, Syke, Vechta, Bremen-Aumund und vom Steinhuder Meer kommen, sind schnell verschwunden. Alle machen sich auf die Suche nach dem besten Standplatz für die erste Ortung. „Es muss idealerweise eine gerade Strecke sein, ziemlich hoch und freies Gebiet“, erklärt Ausrichter Dirk Ahrens. Dann habe man die größtmögliche Chance, das Signal zu empfangen.

"Die teuerste Anlage muss nicht unbedingt die beste sein"

Die Qualität der Ausrüstung spiele dabei nicht immer die größte Rolle, weiß er. „Die teuerste Anlage muss nicht unbedingt die beste sein“, sagt er. Glück und natürlich auch Erfahrung gehöre dazu. Und Hindernisse gebe es genug bei einer Fuchsjagd, das können durch Baustellen gesperrte Wege sein, landwirtschaftlicher Gegenverkehr oder auch Windräder, die den Empfang beeinträchtigen. „Es ist ein kleines Abenteuer“, sagt Ausrichter Dirk Ahrens, der von seinem Bruder Michael Ahrens unterstützt wird. Eine Radarturm-Trophäe erhält das Sieger-Team.

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