Mehrere Varianten hat ein Leser auf www.bahn.de durchgespielt. Das Resultat verblüffte: Mal gab es Sparpreise für Zugfahrten nach Cuxhaven, mal galt der Schnäppchenpreis nur für Verbindungen bis Stade. Foto Koppe

Mehrere Varianten hat ein Leser auf www.bahn.de durchgespielt. Das Resultat verblüffte: Mal gab es Sparpreise für Zugfahrten nach Cuxhaven, mal galt der Schnäppchenpreis nur für Verbindungen bis Stade. Foto Koppe

Foto: Foto Pointner/dpa

Cuxland

Bahn: Nicht für alle Zugverbindungen gibt es Sparpreise

Von nord24
5. Januar 2016 // 19:00

Sparpreis-Tickets der Deutschen Bahn sind verlockend: Wer rechtzeitig bucht, kann, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen, einmal quer durch ganz Deutschland reisen. Aber stimmt das überhaupt? Reinhard Bertele aus Cuxhaven versuchte vergeblich, sich per Internet eine Schnäppchenpreis-Fahrkarte für die Strecke München – Cuxhaven zu sichern.

Weiterreise im "Metronom"

Einen Nachtzug hatte sich Bertele für den nach dem Jahreswechsel geplanten Trip ausgesucht; ab Hamburg-Harburg hätte er die Reise im „Metronom“ fortsetzen müssen. Für den Fahrkarten-Service der Deutschen Bahn war dies der Anlass, den schwarzen Peter postwendend an den Privatbahnbetreiber weiterzureichen: „Sie erhalten deswegen keinen Sparpreis angezeigt“, hieß es in einer Mail an den Bahnkunden aus Cuxhaven, „da der Metronom ab Fahrplanwechsel keine Sparpreise der Deutschen Bahn mehr anerkennt“. Eine Behauptung, deren Wahrheitsgehalt zu hinterfragen war: Zig Zugreisende aus der Region hätten die Folgen eines derartigen Preispolitikwechsels zu spüren bekommen.

Metronom:  „An dem Gerücht ist vorne und hinten nichts dran“

Anruf bei der „Metronom“-Eisenbahngesellschaft in Uelzen: „An dem Gerücht ist vorne und hinten nichts dran“, versicherte Unternehmenssprecher Björn Pamperin. Bei der Verwendung von Sparpreis-Tickets auf „Metronom“-Strecken hätten Fahrgäste keine bösen Überraschungen zu erwarten. „Diese Tickets werden nach wie vor akzeptiert.“

Falschaussage der Bahn

Dass die an Reinhard Bertele gemailte Erklärung nicht stimmte, hat die Deutsche Bahn inzwischen selbst eingeräumt: Das DB-Service-Team entschuldigte sich schriftlich für diese so wörtlich „Falschaussage“, konnte aber weiterhin nur spekulieren, warum im Einzelfall keine Sparpreis-Tickets mit Ziel Cuxhaven gebucht werden können. Von begrenzten Kontingenten war zum Beispiel die Rede, einen Programmierfehler im Buchungsportal wollten Konzernmitarbeiter zunächst ebenfalls nicht ausschließen.

10-Uhr-Regel für die nationalen Verkehre

Nachdem die Presse-Abteilung der Bahn-Tochter DB Mobility Logistics den Fall aufzudröseln begann, stellte sich heraus, dass es eine simple Erklärung für das vermisste Sparpreis-Angebot gibt: „Es gilt die 10-Uhr-Regel für die nationalen Verkehre“, teilte Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst mit. Das bedeutet: Wer nachts mit einem Sparpreis-Ticket durch die Republik gondeln will, muss zusehen, dass er sein Fahrtziel vor 10 Uhr morgens erreicht.

Zu spät für den Schnäppchenpreis

Das klappt haarscharf, wenn man mit dem „City Night Liner“ und dem „Metronom“ von München nach Stade reist (Ankunft dort um 9.57 Uhr). Wer dagegen in Cuxhaven aussteigen will und vor Reiseantritt ein durchgehendes Online-Ticket zu buchen versucht, guckt in die Röhre: Cuxhaven erreicht der „Metronom“ erst 10.50 Uhr: Zu spät für den Schnäppchenpreis. (kop)

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