Nach Ansicht eines Experten droht das gesamte Gewässersystem im Kreis Cuxhaven umzukippen, sollten ihm noch größere Nährstofffrachten zugemutet werden.

Nach Ansicht eines Experten droht das gesamte Gewässersystem im Kreis Cuxhaven umzukippen, sollten ihm noch größere Nährstofffrachten zugemutet werden.

Cuxland

„Biologie in Gewässern gestört“

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Von nord24
5. März 2021 // 13:15

Projekt „Aktion Wasser“: BUND untersucht Gewässer zwischen Steinau und Otterndorf auf Nährstoffe. Die Ergebnisse geben Anlass zur Sorge.

Chemisch-physikalische Parameter

Ein Jahr lang untersuchten Aktive der BUND-Kreisgruppe Cuxhaven im Rahmen des Projekts „Aktion Wasser – für lebendige Gewässer und sauberes Grundwasser“ regelmäßig vier Probestellen an Gewässern zwischen Steinau und Otterndorf auf Nährstoffe. Damit erhielten sie Datenreihen von den einzelnen chemisch-physikalischen Parametern, die die Belastungssituation an einem Standort erheblich besser darstellen als einzelne Momentaufnahmen, so die Naturschützer.

„Belastungsgrenze erreicht“

„Als Fazit lässt sich nach einer fachlichen Beurteilung dieser Datenreihen durch die Umweltstation Iffens feststellen, dass das Gewässersystem seine Belastungsgrenze erreicht hat.“ Dr. Wolfgang Meiners von der Umweltstation Iffens meint dazu: „Aus unserer Sicht zeugen die Messergebnisse des BUND Cuxhaven davon, dass die Biologie in den untersuchten Gewässern gestört ist. Da bei der Wahl der Messpunkte die Fließrichtung des Wassers berücksichtigt wurde, sind die Ergebnisse durchaus aussagekräftig für das gesamte Gewässersystem“, so der Chemiker. „Und das scheint seine Belastungsgrenze erreicht zu haben.“

Experte: Nährstoffeintrag reduzieren

Seiner Ansicht nach droht das System umzukippen, sollten ihm noch größere Nährstofffrachten zugemutet werden. „Vielmehr müsste der Nährstoffeintrag in die Gewässer jetzt deutlich reduziert werden, damit sie wieder eine halbwegs intakte biologische Funktion übernehmen können.“ Der BUND setzt hier auf die Umsetzung des „Niedersächsischen Wegs“, im Rahmen dessen gemeinsam mit allen Akteuren unter anderem auch die Situation der Gewässer verbessert werden soll.

BUND sucht Mitstreiter

Für seine „Aktion Wasser“ sucht der BUND in der Region Weser-Elbe weitere Aktive, die sich an Wasseruntersuchungen beteiligen möchten. Interessierte können sich bei der Projektkoordinatorin Dr. Gabriele Scheiter per Mail melden:

gabriele.scheiter@nds.bund.net. (pm/axt)

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