Netze flicken statt Krabben fischen: Die Kutterfischer Stephan (links) und Wolfgang Hellberg in Dorum-Neufeld kämpfen auch mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.

Netze flicken statt Krabben fischen: Die Kutterfischer Stephan (links) und Wolfgang Hellberg in Dorum-Neufeld kämpfen auch mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.

Foto: Leuschner

Cuxland

Corona: Für die Kutterfischer wird die Lage zunehmend bedrohlicher

3. August 2020 // 07:05

30 Prozent weniger Anlandungen als im vergangenen Jahr – für die Kutterfischer an der deutschen Nordseeküste wird es aufgrund der Corona-Pandemie eng.

Handel fast das ganze Jahr beschränkt

Die Fischereiberaterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hilke Looden, zeigte sich am Wochenende wenig optimistisch, was die aktuelle Situation der Krabbenfischer anbelangt. 2019 sei der Handel fast das ganze Jahr beschränkt gewesen, weil die Lager von 2018 noch voll waren. Gleichzeitig seien dadurch auch die Preise gedrückt worden, weiß Looden.

Zurückgefahrene Produktion

„Vereinzelt sind Betriebe schon in Insolvenz gegangen, andere hangeln sich noch durch“, sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer, Kai-Arne Schmidt. Grund sei die zurückgefahrene Produktion in den marokkanischen Schälzentren auf knapp 30 Prozent. Dort wird ein Großteil der Nordseekrabben gepult. „Marokko ist der Flaschenhals. Das Fatale ist, dass ein großer Bedarf da ist: Der Verbraucher fragt das Produkt nach, das es in den Läden nicht mehr ausreichend gibt“, sagte Schmidt.

Drei Tage die Woche

Die Händler nehmen weniger Krabben ab, weil sie nicht weiterverarbeitet werden können. Daher fahren die knapp 100 Fischereifahrzeuge der Erzeugergemeinschaft von Sylt (Schleswig-Holstein) bis Ditzum in Ostfriesland laut Schmidt derzeit nur an drei Tagen die Woche raus.

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