Rehe machen rund 50 Prozent der Nahrung  des Wolfs aus. Von einer Bedrohung für die Wildtiere in der Region gehen Experten dennoch nicht aus. Vielmehr reguliere der graue Jäger deren Bestand.

Rehe machen rund 50 Prozent der Nahrung des Wolfs aus. Von einer Bedrohung für die Wildtiere in der Region gehen Experten dennoch nicht aus. Vielmehr reguliere der graue Jäger deren Bestand.

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Cuxland

Der Wolf - Gesundheitspolizist im Wald

Von Kristin Seelbach
26. Januar 2016 // 19:42

Mehr als 100 Jahre ist es her, dass in Deutschland der letzte Wolf geschossen wurde. Doch das Tier kehrte zurück, ist auch im Cuxland heimisch geworden. Nicht alle Bürger sind von de Rückkehr begeistert. Erst am Wochenende wurden wieder Schafe in Hadeln gerissen – vermutlich vom Wolf. Nichtsdestotrotz begrüßen Dr. Carsten Nowak und Markus Bathen dessen Rückkehr. Letzterer ist Wolfsexperte beim Nabu, Nowak untersucht am Frankfurter Senckenberg-Institut die Genetik der Tiere.

"Ich sehe Rückkehr des Wolfs positiv"

„Der Blickwinkel entscheidet, wie die Rückkehr des Wolfes einzuschätzen ist“, macht Carsten Nowak deutlich. Er ist Fachgebietsleiter für Naturschutzgenetik. Schafzüchter in Norddeutschland seien aktuell vielleicht nicht gut auf den Wolf zu sprechen. „Aber ich als Wissenschaftler sehe die Rückkehr der großen Raubtiere, zu denen der Wolf gehört, positiv“, ergänzt er. Auch der Naturschutzbund (Nabu) teilt diese Meinung, trägt seit zehn Jahren mit einem Wolfsprojekt zur Aufklärung bei.

Ökologische Gründe sprechen für den Wolf

Es seien ökologische Gründe, die für Wölfe in Deutschland sprächen. „Das Tier ist eine ‚Schlüsselart‘ in unserem Ökosystem“, erklärt Nowak. Dieser Fachbegriff bedeutet, dass eine Art zwar selten vorkommt, im Verhältnis dazu aber großen Einfluss auf die Arten in seinem Umfeld ausübt. Dementsprechend wichtig sei das Tier für unser Ökosystem und habe diesem in den letzten Jahrzehnten gefehlt.

Der Wolf greift regulierend ein

Seine Aufgabe in der Natur gleiche der eines „Gesundheitspolizisten“. „Es ist aus Studien bekannt, dass der Wolf vor allem bei den sozialen Beutetieren – bei uns Hirsch und Wildschwein – regulierend eingreift, indem er kranke und schwache Tier bevorzugt“, erklärt Bathen. Dies sei eine Funktion, die durch die menschliche Jagd in der Qualität nicht erfüllt werden könne.

"Wachsames Leben für Fluchttier der Alltag"

Gleichwohl müsse das Wild sich umstellen. „In der ersten Zeit haben sich die Beutetiere des Wolfes wieder auf ihn einzustellen“, erklärt Bathen. Doch von Stress wolle er hier nicht sprechen. „Es wurde festgestellt, dass Tiere gegenüber ihren Beutegreifern keinen Stress empfinden. Das wachsame Leben ist für ein Fluchttier der normale Alltag“, so der Experte. Denn diese müssten sich ständig gegenüber Mensch und Hund absichern.  

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