Im Einsatz für die Flüchtlinge (von links): Jörn Krankenberg (Refugium Beverstedt), Wolfgang Steen (Nestwerk Hagen) und Arwed Bonaker-Wittenberg (Refugium Beverstedt) tauschen
sich auch über Gemeindegrenzen hinweg immer wieder aus.

Im Einsatz für die Flüchtlinge (von links): Jörn Krankenberg (Refugium Beverstedt), Wolfgang Steen (Nestwerk Hagen) und Arwed Bonaker-Wittenberg (Refugium Beverstedt) tauschen sich auch über Gemeindegrenzen hinweg immer wieder aus.

Foto: Foto Gehrke

Cuxland

Ehrenamtliche zur Flüchtlingssituation: Das ist jetzt wichtig

Von Jens Gehrke
18. Juli 2016 // 14:00

Der Ansturm der neu ankommenden Flüchtlinge ist vorüber, doch für die Ehrenamtlichen der Vereine Nestwerk in Hagen und Refugium in Beverstedt stellt sich auch 2016 keine Verschnaufpause ein. Denn jetzt geht es darum, die Flüchtlinge auf dem Weg in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu begleiten. 

"Wir stehen noch am Anfang"

Wir stehen wirklich noch am Anfang der Integration“, sagen die Ehrenamtlichen in Beverstedt und Hagen. Zwar hätte inzwischen ein Teil der Flüchtlinge einen Aufenthaltstitel, doch mangele es an passenden Angeboten in Schulen und auf dem Arbeitsmarkt.

Das ist jetzt wichtig für die Flüchtlinge

Jörn Krankenberg (Refugium Beverstedt), Wolfgang Steen (Nestwerk Hagen) und Arwed Bonaker-Wittenberg (Refugium Beverstedt) haben folgende Punkte mit Nachholdbedarf identifiziert:
  • Die Unterkünfte sind nicht immer angemessen. Das wird umso deutlicher, je länger bestimmte Asylbewerber dort wohnen müssen. Nach dem Erhalt des Aufenthaltstitels wünschen sich daher viele Flüchtlinge den Umzug in eine eigene Wohnung, sie wollen zur Ruhe kommen. Doch auf dem freien Wohnungsmarkt gibt es praktisch keine Angebote.
  • Die Flüchtlinge mit Anerkennung müssen Integrationskurse besuchen, die nur in wenigen Orten angeboten werden. Die Unterrichtsorte sollten leichter erreichbar sein.
  • Vor allem bei der Versorgung von traumatisieren Kindern ist die Lage dramatisch. Der Verein Refugio in Bremen, der sich als einer der wenigen darum kümmert, hat eine unendlich lange Warteliste. Es müssen mehr Angebote entstehen.

Wege in den Arbeitsmarkt

  • Es fehlen die passenden Angebote, um in den Arbeitsmarkt zu kommen. Was in Schiffdorf mit dem Berufsvorbereitenden Jahr (BVJ) auf die Beine gestellt wird, ist lobenswert. Doch es reicht nicht aus. Um wirklich Ausbildungsreife zu haben, bräuchten die Flüchtlinge mindestens zwei Jahre Vorbereitung - wenn nicht sogar drei.
  • Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Landwirtschaftskammern müssen ein Netzwerk bilden und Angebote für Flüchtlinge schaffen. Ideal wären dafür duale Ausbildungen, in denen die Flüchtlingen sowohl in einer Schule die Sprache lernen als auch in einem Betrieb die Arbeitswelt kennenlernen.
  • Die Situation in den Kitas und Schulen ist ein ganz, ganz wichtiges Thema. Es besteht die Vermutung, dass dort den Lehrkräften und Erzieherinnen nicht genug vom Land unter die Arme gegriffen wird.
Die Punkte sind eine Zusammenfassung eines Interviews, das am Dienstag, 19. Juli, in der NORDSEE-ZEITUNG erscheint. Dort erklären die Helfer aus Beverstedt und Hagen auch, wie die Stimmung bei den Ehrenamtlichen ist.  

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