Ortsbürgermeisterin Cornelia Trowitzsch (CDU) (links) begutachtet zusammen mit dem heutigen Eigentümer des Hauses, Harald Schröder (rechs), die Stelle, an der die Stele aufgestellt werden soll. Dort lebte Rieke Baar an der Achterstraße bis zu ihrer Deportation.  Foto Kistner

Ortsbürgermeisterin Cornelia Trowitzsch (CDU) (links) begutachtet zusammen mit dem heutigen Eigentümer des Hauses, Harald Schröder (rechs), die Stelle, an der die Stele aufgestellt werden soll. Dort lebte Rieke Baar an der Achterstraße bis zu ihrer Deportation. Foto Kistner

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Cuxland

Gegen das Vergessen: Uthlede gedenkt letzter Jüdin im Ort mit einer Stele

Von Jens Gehrke
25. April 2016 // 15:38

Mit einer Stele vor dem Wohnhaus an der Achterstraße 12 möchte der Ort Uthlede nun an die letzte jüdische Mitbürgerin und ihr Schicksal erinnern. Die letzte Jüdin in Uthlede war 1942 zum Zeitpunkt ihrer Deportation 88 Jahre alt. Zwei Männer im schwarzen Ledermantel sollen Rieke Baar verschleppt haben.  

Stele statt Stolperstein

Die ursprünglich Idee war, einen Stolperstein zu verlegen. Die Wartezeit dafür liegt zurzeit allerdings bei mehreren Jahren. Der Ortsrat sprach sich daher für die Alternative aus. Viele ältere Menschen in Uthlede kennen Rieke Baar noch.

Projekt lange geplant

Die Weichen für den Stolperstein für Rieke Baar stellte bereits der ehemalige Rat der damaligen Gemeinde Uthlede. Dazu angeregt wurde er von dem Projekt der Hagener Jugendhilfe, das sich mit den Todesmärschen durch Uthlede sowie den Schicksalen der damals in der heutigen Gemeinde Hagen lebenden Juden befasste.

1942 deportiert

Die letzte Jüdin, die in Uthlede lebte, war die 88-jährige Rieke Baar. Sie wurde am 24. Juli 1942 – so steht es auf der Deportationsliste – deportiert. „Von zwei Männern im schwarzen Ledermantel“, wie Zeitzeugen für die Chronik von Uthlede berichteten und ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht.  

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