Die Frage, wer die Schuld an den Baumängeln an der Hagener Piazza trägt, ist weiter offen. Das Gericht benötigt Zeit, die Anlieger leiden weiter unter dem maroden Platz.

Die Frage, wer die Schuld an den Baumängeln an der Hagener Piazza trägt, ist weiter offen. Das Gericht benötigt Zeit, die Anlieger leiden weiter unter dem maroden Platz.

Foto: Archivfoto Gehrke

Cuxland

Hagen: Immer noch kein Schuldiger für die Piazza-Baumängel

Von Jens Gehrke
31. Januar 2018 // 18:00

Wieder kein Urteil!  Der Baumängel-Streit rund um den 2014 fertiggestellten Platz „Piazza“ in Hagen geht weiter. Das Landgericht in Stade setzte auch am Dienstag keinen Schlussstrich. Es forderte weitere Unterlagen und Stellungnahmen. 

Klage gegen Planer und Baufirma

Die Gemeinde Hagen im Bremischen hatte den Planer Reinhard Bartolles und die Gnarrenburger Baufirma rb-Bau verklagt,  um herauszufinden, welche der beiden Parteien für den Pfusch verantwortlich ist und wer die Piazza wiederherstellen muss.  Die Pflastersteine sind locker, verrutscht oder bröckeln.
„Ich persönlich bin enttäuscht, dass es kein Urteil gegeben hat“ Bürgermeister Andreas Wittenberg (parteilos)  

Piazza ist bautechnischer Sonderfall

Das Problem: Die Piazza ist bautechnisch ein Sonderfall, bei dem DIN-Norm-Regeln nur bedingt zutreffen. Der Bau ist zu extravagant. Das Gericht beruft sich aber gerne auf DIN-Normen. Die Ursachen für die Baumängel sollen weitestgehend feststehen.

Gutachten über Gutachten

Inzwischen wurde eine Vielzahl von Einschätzungen erstellt. Der Gerichtsgutachter hat ein Gutachten und ein Ergänzungsgutachten angefertigt, die Gemeinde hatte vor dem Verfahren ein Privatgutachten in Auftrag gegeben, auch die Seite Reinhard Bartolles ließ ein Gutachten anfertigen.

Verfahren wird noch lange dauern

Fest steht seit Dienstag, dass der Abschluss des Verfahrens noch sehr lange dauern wird. Eine gütliche Einigung ist – trotz starken Drängen des Gerichts – offensichtlich nicht möglich. Zu vermuten ist, dass nach einem erstinstanzlichen Urteil weiter geklagt wird – so kann es noch Jahre dauern, bis feststeht, wer die Ansprüche der Gemeinde erfüllen muss.

Streitwert wurde auf 30.000 Euro festgelegt

nord24 erfuhr, dass der Streitwert durch das Gericht auf 30.000 Euro festgelegt wurde. Über die für die Gemeinde bislang angefallenen Prozesskosten habe er „keine Übersicht“, teilte Bürgermeister Andreas Wittenberg mit. Er gehe davon aus, dass am Ende des Verfahrens die Beklagten vollständig die Kosten zu tragen hätten.

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