Firmeninhaber Andreas Haack (rechts) pflegt ein familiäres Verhältnis mit seinen Mitarbeitern.

Firmeninhaber Andreas Haack (rechts) pflegt ein familiäres Verhältnis mit seinen Mitarbeitern.

Foto: Bohn

Cuxland

In der Tischlerei Haack in Bad Bederkesa wird ein neuer Führungsstil gelebt

Von Christoph Bohn
24. Februar 2018 // 17:30

Zusammenarbeit auf Augenhöhe – das ist ein neuer Trend in der Wirtschaft, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ein Betrieb im Cuxland, in dem das gelebt wird, ist die Tischlerei Haack aus Bad Bederkesa.

Firmeninhaber: Die Auszubildenden sind wie unsere Kinder

Hintergrund: Mitarbeiter, die sich ernst genommen fühlen und Spaß an der Arbeit haben, fühlen sich stärker ihrem Unternehmen verbunden. Einen familiären Umgang mit den Mitarbeitern pflege man seit 25 Jahren, sagt Firmeninhaber Andreas Haack. So lange gibt es das Unternehmen bereits. „Die Mitarbeiter gehören quasi zur Familie. Die Auszubildenden sind wie unsere Kinder, Meister und Gesellen wie Brüder und Schwestern“, sagt Haack.

Jeden Morgen gibt es eine Gesprächsrunde

Doch seit vier Jahren hat der Firmeninhaber eine Neuerung eingeführt: die morgendliche Gesprächsrunde. „Wir treffen uns jeden Morgen mit allen Mitarbeitern um 6.50 Uhr. Dabei geht es dann nicht nur um den Tagesablauf, sondern auch um einen Rückblick. Darum, was gut gelaufen ist und was schlecht“, erläutert Haack. Das Besondere: Jeder darf seine Meinung äußern – egal, ob Meister, Geselle oder Auszubildender.

Jeder soll wissen, was der andere macht

Ihm komme es dabei auch darauf an, dass jeder genau wisse, was der andere mache, betont Haack: „Wir machen schließlich eine Menge Terminarbeit.“ Deswegen gebe es auch ein schwarzes Brett, auf dem noch einmal alle Infos stehen. Doch genau so wichtig sei ihm, dass die Mitarbeiter eigene Ideen präsentieren könnten.

Das Geschäft mit den Premiumkunden

So sei auch das neueste Feld der Firma entstanden: das Geschäft mit Premiumkunden. „Da wäre ich von mir aus nicht rangegangen. Premiumkunden sind sehr zeitintensiv, man muss genau auf sie eingehen können. Das kann ich nicht einfach von meinen Mitarbeitern erwarten“, meint Haack. Doch er wurde überrascht: Seine Mitarbeiter kamen mit genau dieser Idee zu ihm. „Sie haben gesagt: ,Das können wir, und das machen wir‘“, erzählt Haack. So habe die gesamte Belegschaft geschlossen dahinter gestanden. Dadurch gehe man auch mit den Kunden ganz anders um. „Auch mit ihnen sind wir dann auf Augenhöhe“, sagt Haack. Im Normalfall spreche kein Bauherr direkt mit dem Handwerker, sondern höchstens der Bauleiter oder der Architekt. Bei Premiumkunden sprechen die Handwerker nun direkt mit dem Auftraggeber. „Und das klappt sehr gut“, sagt Haack.

Techniker sind meist junge Leute

18 Mitarbeiter hat die Tischlerei Haack derzeit: Handwerker, Techniker und Bürokräfte. Tätig ist die Firma deutschlandweit im Ladenbau und im Bereich Jugendherbergen – und eben bei Premiumkunden. „Gerade die Techniker sind junge Leute zwischen 25 und 35 Jahren. Und auch, weil wir auf dem Weg in die Digitalisierung sind, als Handwerk 4.0, ist die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern wichtig“, sagt Haack.

Gute Stimmung spricht sich rum

Die gute Stimmung im Betrieb hat sich rumgesprochen. Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden, hat Haack nicht. „Auch beim Bewerbungsgespräch lege ich schon Wert auf eine angenehme Atmosphäre. Gute Zeugnisse sind nicht das Wichtigste. Manchmal ist das Gesamtbild eines Menschen viel wichtiger.“

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