Der letzte Schuss ist längst verhallt: Der altehrwürdige Freiluft-Kleinkaliberstand der Wittstedter Schützen bleibt geschlossen. Birgit Witt, Conny von Thun und Daniel Lüllmann (von links) arbeiten bereits an einer Zukunft mit anderen Alternativen.

Der letzte Schuss ist längst verhallt: Der altehrwürdige Freiluft-Kleinkaliberstand der Wittstedter Schützen bleibt geschlossen. Birgit Witt, Conny von Thun und Daniel Lüllmann (von links) arbeiten bereits an einer Zukunft mit anderen Alternativen.

Foto: Gehrke

Cuxland

Kleine Schützenvereine unter Druck: Wittstedt sucht neue Wege in die Zukunft

Von Jens Gehrke
14. April 2016 // 09:00

Die Wittstedter Schützen haben eine Entscheidung getroffen, die ihnen nicht leicht gefallen ist: Der Kleinkaliberstand bleibt künftig dicht, die Umsetzung der neuen Auflagen ist schlicht nicht mehr zu bezahlen. Der Schützenverein Wittstedt in der Gemeinde Hagen  ist ein Beispiel dafür, wie die immer schärferen Vorschriften die Vereine bis in die Existenznot treiben – und wie sie sich erfolgreich neue Wege in die Zukunft suchen.

30000 Euro sind notwendig

Für den Kleinkaliberstand mit sechs Bahnen gibt es keine Rettung. Bei einer außerordentlichen Versammlung am Montag beschlossen die Mitglieder, die Anlage nicht wieder zu öffnen. Die Genehmigung wurde schon im März entzogen. „Wir hätten 30 000 Euro investieren müssen“, rechnet von Thun vor.

Luftgewehrstand in Eigenarbeit gerettet

Doch es gibt auch Hoffnung:  Der Luftgewehrstand ist in den letzten Monaten in Eigenarbeit saniert worden, Ende Mai soll alles fertig sein. Der Vorstand will sich nun voll auf das Luftgewehrschießen konzentrieren und das Pistolenschießen ausbauen. Es sollen ein Anbau mit acht weiteren Luftgewehr-Ständen entstehen, am besten schon bis Juni 2017. „Wir wollen dieses Jahr noch loslegen, Stillstand bedeutet Mitgliederschwund“, erklärt die zweite Vorsitzende Birgit Witt.

Allgemeines Problem: 24 Vereine betroffen

  • Mindestens 24 Vereine im Verbandsgebiet müssen laut Jürgen Wintjen, Präsident des Bezirksschützenverbandes Bremerhaven-Wesermünde, ihre Schießstände nachrüsten.
  • 250 000 Euro allein an Materialkosten müssen dafür investiert werden, hat Wintjen errechnet.
  • Ursache sind immer strengere Auflagen für Schützenvereine, die auf Bundesebene erarbeitet werden.
  • Die Folgen sind laut Wintjen kaum absehbar. Sicherheit sei das Wichtigste auf Schießständen, doch immer neue Auflagen überforderten die Vereine. „Wenn es finanziell nicht mehr geht, werden Schießstände dichtgemacht“, sagt er.
  •  Der Schützenverein Nesse hat ebenfalls den Kleinkaliber-Stand geschlossen.
  •  Das Kleinkaliber-Schießen, immerhin olympische Sportart, sieht Wintjen in der Breite in Gefahr.

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