Mit kochendem Wasser und einem Schaumteppich rückt Carsten Dunker aus Uthlede dem Unkraut effektiv zu Leibe, und das ganz ohne Chemie.

Mit kochendem Wasser und einem Schaumteppich rückt Carsten Dunker aus Uthlede dem Unkraut effektiv zu Leibe, und das ganz ohne Chemie.

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Cuxland

Kochendes Wasser statt Glyphosat

Von Tobia Fischer
18. April 2016 // 15:00

Seit Monaten läuft die Diskussion um Glyphosat heiß. Der Wirkstoff gehört weltweit zu den am häufigsten eingesetzten Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Doch Glyphosat ist nach Ansicht der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC „wahrscheinlich krebserregend“.  Ein Uthleder bietet eine Alternative ganz ohne Chemie an.

Schaumteppich verstärkt Wirkung

Carsten Dunker aus Uthlede wendet seit Anfang April als Erster im Raum Bremen – Bremerhaven ein neues Verfahren an, bei dem das Unkraut mit 97 Grad heißem Wasser aus einem mobilen Wassertank besprüht wird. Ein zusätzlicher Schaumteppich auf Kokos- und Maisbasis  sorgt für eine bessere Hitzebeständigkeit und damit eine bessere Wirksamkeit.

Verfahren für Bio-Betriebe zugelassen

Wegen der Chemiefreiheit ist das Verfahren, das Dunker bereits vor fünf Jahren auf einer Fachmesse kennen lernte, von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zertifiziert und für landwirtschaftliche Bio-Betriebe zugelassen worden.

Zulassung für Herbizid

Seit Monaten läuft auf EU-Ebene die Diskussion, ob Glyphosat weiter zugelassen werden soll. Die Genehmigung für den Wirkstoff in der EU endete im Dezember 2015. Die Zulassung wurde aber bis Ende Juni 2016 verlängert. Dies war notwendig geworden, um die laufende erneute Prüfung des Wirkstoffs abzuschließen. Das Europaparlament hat vor kurzem bereits empfohlen, Glyphosat neu zuzulassen – mit Einschränkungen. So soll unter anderem die Zulassung auf sieben Jahre begrenzt bleiben. Zudem wollen die Abgeordneten das Mittel beispielsweise für Hobbygärtner verbieten und den Einsatz in öffentlichen Parks, Grünanlagen oder auf Spielplätzen untersagen.  

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