An der Wurster Küste werden Krabben nicht nur gefischt, auch eine Pulmaschine wurde in Spieka entwickelt.

An der Wurster Küste werden Krabben nicht nur gefischt, auch eine Pulmaschine wurde in Spieka entwickelt.

Foto: Ulich

Cuxland

Krabben-Verarbeitung auf dem Weg in die Zukunft

Von nord24
4. Mai 2016 // 17:40

Rund 50 Prozent der jährlichen Gesamtfangmenge an Krabben aus der Nordsee werden Jahr für Jahr in Niedersachsen angelandet. Nur an der effektiven Verarbeitung der Schalentiere hapert es derzeit noch. Deswegen werden große Anstrengungen unternommen, eine effektive Schälmaschine zu entwickeln.

Die Technik ist noch nicht ausgereift

Die meisten der Garnelen werden noch zur Verarbeitung nach Marokko, Polen oder in die baltischen Staaten verschifft und dort per Hand gepult. Ein Umstand, der Feinschmecker zunehmend irritiert. Doch das maschinelle Pulen ist noch teuer, obwohl Tüftler und Ingenieure schon seit Jahrzehnten an der Perfektionierung arbeiten. Pionier war dabei der Dorumer Walter Preuß, der eine Vielzahl Patente für seine Maschine registrieren ließ. Ein Exemplar seiner Maschine aus dem Jahr 1954 sowie Patenturkunden sind im Museum für Wattenfischerei in Wremen zu sehen. Der Pionier des deutschen Krabbenpulmaschinenbaus musste allerdings erleben, dass die Zeit für die Idee des maschinellen Krabbenschälens noch nicht reif war. Erst zwischen 1972 und 1986 entwickelte Alwin Kocken in Spieka eine Krabbenpulmaschine, die auch tatsächlich im Krabbenhandel einsetzbar war.

Höhere Preise für maschinell gepulte Krabben

Die Fischereigenossenschaft Neuharlingersiel in Ostfriesland pult allen Widrigkeiten zum Trotz ihre fangfrischen Krabben bereits seit 1989 beharrlich mit Maschinenkraft. Denn nachdem sie Hoteliers, Gastwirte und Endverbraucher davon überzeugen konnten, für Qualität auch höhere Preise zu zahlen, schreibt man hier schwarze Zahlen.

Die Schalen der Krabben sind ein wertvoller Rohstoff

Sinnvoll ist das auf jeden Fall. Denn Krabben vergammeln schnell. Und aus den Chitinpanzern, die sonst in den Müll wandern, kann der hochwertige Pharmarohstoff Chitosan hergestellt werden. Grund genug, die Weiterentwicklung der Maschinen voranzutreiben, denn so könnten auch an unserer Küste bald profitable Schälzentren entstehen, die einerseits hochwertiges Krabbenfleisch produzieren und andererseits gleich die Schalen weiterverarbeiten.  

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