Den Holzhammer hat er bereits an seinen Nachfolger als Viertelsvorsteher, Ulf Thielebeule (links), weitergegeben. Die „Angströhre“ trägt Siegfried Kück noch selbst auf dem Kopf. Vor der offiziellen Wahl prüfen sie gemeinsam die Beschaffenheit des uralten Schweinetrogs. So schreibt es die Mulsumer Viertelstradition vor. Foto Ulich

Den Holzhammer hat er bereits an seinen Nachfolger als Viertelsvorsteher, Ulf Thielebeule (links), weitergegeben. Die „Angströhre“ trägt Siegfried Kück noch selbst auf dem Kopf. Vor der offiziellen Wahl prüfen sie gemeinsam die Beschaffenheit des uralten Schweinetrogs. So schreibt es die Mulsumer Viertelstradition vor. Foto Ulich

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Cuxland

Mulsumer Tradition mit Zylinder, Hammer und Schweinetrog

Von nord24
9. Februar 2016 // 17:00

Einmal im Jahr, am ersten Sonnabend im Februar, kommen sie in Mulsum zusammen. Nach strengen Ritualen wird dann eine Sitzung abgehalten. Der riesige Schweinetrog an der Wand fällt sofort ins Auge. Auch die Kleidung des Vorsitzenden ist besonders: Er trägt einen imposanten Zylinderhut.

Holzhammer in der Hand und die "Angströhre" auf dem Kopf

„Danke, setzen“, tönt es streng vom Vorstandstisch. Viertelvorsteher Siegfried Kück hat gerade die Jahressitzung des Wierdener Viertels eröffnet. Der Holzhammer in der Hand und die „Angströhre“ auf dem Kopf sind die Zeichen seiner Würde. Jedes Jahr wechselt das Amt eine Nachbarschaft weiter. Sein Nachbar Ulf Thielebeule soll satzungsgemäß die Amtsgeschäfte übernehmen. Aber zuerst schreibt es der Brauch vor, dass die beiden gemeinsam die Beschaffenheit des uralten Schweinetrogs prüfen müssen.

Früher ging es in Stube des Viertelvorstehers richtig zur Sache

Natürlich geht es heute nicht nur stocksteif bei der Versammlung zu. Schnaps und Bier löschen den Durst und lockern die Zunge.  Wie es früher so richtig „zur Sache“ ging, kann man in einem alten Protokoll von 1964 nachlesen. Damals fanden die Versammlungen noch beim jeweiligen Viertelvorsteher statt. Zeitzeugen munkeln, dass nach dieser Viertelversammlung drei Tage gelüftet und alle Tapeten in der guten Stube von Erbrochenem gereinigt werden mussten. Erst nach einer Woche kehrte bei Familie Georg Wetter der Alltag zurück. (ul)

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