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Die NABU-Kreisgruppe Osterholz kritisiert, dass der Grünstreifen an der alten B6 aufgeschottert wurde.

Foto: NABU Bremen

Cuxland

NABU kritisiert Schotteraktion an der alten B6 bei Garlstedt

Von nord24
22. Oktober 2019 // 18:30

Entlang der alten B 6, heute Landesstraße 135, ist bei Garlstedt im Kreis Osterholz der Radweg erneuert worden. Der Naturschutzbund NABU kritisiert in einer Pressemitteilung heftig, dass durch die Bauarbeiten ein Grünstreifen durch Schotter ersetzt wurde.  

NABU: Staat hat Vorbildfunktion

Nach Ansicht der Naturschützer ist das ebenso „unsinnig wie naturfeindlich“. Der NABU fordert vom Land Niedersachsen, künftig keine Steuergelder für solche Maßnahmen einzusetzen. Der Staat habe schließlich eine Vorbildfunktion für die Bürger. Die Grünstreifen seien sehr wertvoll.  „Ein paar hundert Meter weiter finden sich neben Löwenzahn und Schafgarbe auch Wegwarte und Wilde Möhre, alles wertvolle Insektennährpflanzen“, sagt der Biologe und NABU-Kreisvorsitzende Peter Heyer. Die NABU-Kreisgruppe Osterholz hat dem zuständigen Landesverkehrsminister Bernd Althusmann (CDU)  geschrieben und bittet um Aufklärung, ob künftig weitere Schotteraktionen an Landesstraßen vorgesehen sind und welche rechtliche Grundlage gilt.

Behörde widerspricht und erklärt

"Zunächst einmal ist festzustellen, dass es sich bei dem Streifen zwischen den Fahrbahnen der Straße und des Radwegs nicht um einen Naturraum handelt, sondern um einen Verkehrsraum. Wir sprechen hier vom sogenannten Bankett", teilt Hans-Jürgen Haase, Geschäftsbereichsleiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage mit. "Der Zustand des Banketts ist von erheblicher Bedeutung für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Hier muss die Abführung des Wassers von der Fahrbahn gewährleistet sein und eine gewisse Festigkeit für die Aufnahme von Kräften des von der Fahrbahn abirrenden Verkehrs. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer steht bei unserem Handeln stets im Vordergrund." Aus diesem Grunde müsse zum Beispiel auch der Bereich neben der bituminösen Fahrbahnbefestigung von Zeit zu Zeit abgeschält werden, da er im Laufe der Zeit durch Staub, Reifenabrieb, etc. sozusagen „hochwächst“, und der Wasserabfluss dann nicht mehr gewährleistet ist.  Nach etwa einem Jahr ist in der Regel auch diese Fläche wieder grün.    

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