Nahm ein Stück Rasen mit an Bord: Seemannsdiakon Martin Struwe war für das Havariekommando an Bord der „Mein Schiff 3“.

Nahm ein Stück Rasen mit an Bord: Seemannsdiakon Martin Struwe war für das Havariekommando an Bord der „Mein Schiff 3“.

Foto: privat

Cuxland

Notfallteam besiegt mit Aufklärungsfilm Todesangst

29. Mai 2020 // 20:15

Während ihres Quarantäne-Aufenthaltes am Cuxhavener Steubenhöft hatten offenbar viele Crewmitglieder an Bord der „Mein Schiff 3“ Todesangst. Das Havariekommando hat speziell für psychische Krisensituationen ausgebildete Experten auf das Schiff geschickt. Sie konnten helfen und – brachten auch ein Stückchen Rasen auf den Kreuzliner.

Seelsorge gegen Todesangst

In den ersten Tagen sei die Todesangst ein „riesiges Thema“ gewesen, sagt der Cuxhavener Seemannsdiakon Martin Struwe in einem Interview, das das Havariekommando in Cuxhaven veröffentlichte. „Viele hatten die Sorge, dass eine Infizierung das Ende bedeutet“, verdeutlichte der 49-jährige Seelsorger. Er hatte an Bord des Schiffes in der ersten Maihälfte in einem sechsköpfigen Team der psychosozialen Notfallversorgung gearbeitet.

Sammeltaxi für Gestrandete

Das Schiff war als eine Art Sammeltaxi für Besatzungsmitglieder der TUI-Cruises-Schiffe eingesetzt worden. Die Corona-Pandemie hat das Kreuzfahrt-Geschäft weltweit gestoppt – von Cuxhaven aus sollte die Rückreise der Crew, etwa 2900 Menschen aus 73 Nationen, in ihre Heimatländer organisiert werden. Doch massive Reisebeschränkungen und vereinzelte Corona-Infektionen verzögerten die Aktion und ließen die „Mein Schiff 3“ zu einem riesigen Quarantäne-Lager werden. Mittlerweile konnten 1900 Crewmitglieder in ihre Heimatländer gebracht werden, bilanzierte die Reederei am Freitag.

Corona ist kein Todesurteil

Struwe sagt, durch eine besondere Aktion habe das Team der Notfallversorgung vielen Besatzungsmitgliedern Ängste nehmen können. „Wir hatten bei uns einen Kollegen, der eine Corona-Infektion überstanden hatte. Da haben wir ein Interview mit ihm drehen lassen, das über das Bordfernsehen ausgestrahlt wurde.“ Es sei nicht so gewesen, dass die Schiffsführung die Gefährdungen durch das Virus vorher nicht erklärt habe. „Aber Menschen nehmen natürlich auf unterschiedliche Weise Informationen auf.“ Sie hätten dann verstanden, „dass Corona kein Todesurteil ist“.

Mehr darüber und zum Abschied der „Mein Schiff 3“ von Cuxhaven lest ihr am Samstag in der Nordsee-Zeitung und später auf norderlesen.de.

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