Eine fiktiven Eingabemaske für ein Passwort (engl. Password) auf einem Computer. Hinweise auf weitere Morde oder einen Pädophilenring? Die Ermittler können nur spekulieren, was sich auf dem PC des Kindermörders Martin N. befindet. Das Passwort ist bisher nicht geknackt.  Foto Stratenschulte

Eine fiktiven Eingabemaske für ein Passwort (engl. Password) auf einem Computer. Hinweise auf weitere Morde oder einen Pädophilenring? Die Ermittler können nur spekulieren, was sich auf dem PC des Kindermörders Martin N. befindet. Das Passwort ist bisher nicht geknackt. Foto Stratenschulte

Foto: Jörg Carstensen/dpa

Cuxland

Passwörter vom "Maskenmann" sind schwer zu knacken

Von Heike Leuschner
11. April 2016 // 20:00

Am 13. April 2011 wurde der als „Maskenmann“ bekannte Kindermörder Martin N. von der Polizei verhaftet. Gut zehn Monate später verurteilte ihn das Landgericht Stade wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft. Speichermedien aus der Wohnung von Martin N. lieferten Anlass zu Spekulationen über weitere Verbrechen. Deren Passwörter sind noch immer nicht entschlüsselt.

Polizei sucht immer noch nach dem Passwort

„Wir versuchen nach wie vor, die Passwörter zu ermitteln“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, Kai Thomas Breas. Mehr aber auch nicht. „Wir geben nicht preis, wie wir auf diesem Gebiet aufgestellt sind.“ Das gefährde die Ermittlungen. Dass es sich bei den Speichermedien um brisante Informationen handelt, gilt als sicher. Als ebenso sicher hat sich bislang aber auch die Verschlüsselungssoftware erwiesen, mit der Martin N. seine Daten geschützt hat.

1992: Martin N. mordet zum ersten Mal

1992 war Martin N. zum ersten Mal im Zusammenhang mit einer Missbrauchsserie an Jungen in Erscheinung getreten. Noch im selben Jahr beging er seinen ersten Mord. Meistens suchte und fand er seine Opfer in Schullandheimen. Aber auch Zeltlager und Privathäuser gehörten zu seinem Revier. Weil ihn seine Missbrauchsopfer als Mann mit Maske oder schwarzen Mann beschrieben, wurde er von den Medien Maskenmann genannt. Am 27. Februar 2012 wurde der damals 41-Jährige vom Stader Landgericht zu lebenslanger Haft wegen dreifachen Mordes sowie vielfachen sexuellen Missbrauchs verurteilt.

Chronologie der Strafsache Martin N.

  • 31. März 1992: Der 13-jährige Stefan J. verschwindet aus einem Internat in Scheeßel. Fünf Wochen später entdecken Spaziergängerinnen die gefesselte Leiche des Jungen bei Verden.
  • 24. Juli 1995: Der achtjährige Dennis R. wird aus einem Zeltlager am Selker Noor in Schleswig-Holstein entführt. Drei Wochen später findet ein Jogger seine Leiche in den Dünen nahe der dänischen Stadt Holstebro.
  • 5. September 2001: Der neunjährige Dennis K. verschwindet nachts aus dem Schullandheim in Wulsbüttel. 
  • 11. September 2001: Die Soko „Dennis“ wird eingerichtet.
  • 20. September 2001: Pilzsammler finden die Leiche eines Kindes.
  • 2. September 2001: Die DNA-Analyse gibt traurige Gewissheit: Bei dem toten Jungen handelt es sich um Dennis K. Er wurde erstickt. 
  • 22. Dezember 2001: Die Polizei geht jetzt davon, dass Dennis K. und die anderen beiden Jungen einem Serientäter zum Opfer gefallen sind.
  • 13. April 2011: Die Polizei nimmt in Hamburg einen Verdächtigen fest.
  • 14. April 2011: Der aus Bremen stammende Pädagoge Martin N. gesteht die drei Morde.
  • 15. Juli 2011: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Martin N. wegen dreifachen Mordes und sexuellen Missbrauchs in 20 Fällen.
  • 10. Oktober 2011: Der Prozess vor dem Landgericht Stade beginnt.
  • 27. Februar 2012: Martin N. wird wegen dreifachen Mordes und vielfachen sexuellen Missbrauchs zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
  • Januar 2013: Der Bundesgerichtshof hebt die Sicherungsverwahrung gegen Martin N. auf.
   

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