Irrfahrt durch den Norden: Ulrich Bretzke wollte in Leer Tamme Hanken besuchen. Dort kam er aber nie an.

Irrfahrt durch den Norden: Ulrich Bretzke wollte in Leer Tamme Hanken besuchen. Dort kam er aber nie an.

Foto: Schönig

Cuxland

Rollstuhlfahrer erlebt Odyssee durch den Norden

Von nord24
3. August 2016 // 21:00

Eigentlich wollte Ulrich Bretzke mit seinem elektrischen Rollstuhl per Bus und Bahn nach Leer reisen, um den „XXL-Ostfriesen“ Tamme Hanken zu besuchen. Doch in Leer bemerkte er einen Defekt seines Rollstuhls und musste sich auf den Heimweg machen. Dieser endete in einer Odyssee. 

Bretzke ist seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt

Der Hagener, der seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist, steuerte sofort das Sanitätshaus in Leer in der Nähe des dortigen Bahnhofs an. Doch teilten die Mitarbeiter ihm mit, dass man den Rollstuhl nicht reparieren könne, weil er dort nicht gekauft wurde.

55-Jähriger muss mit der Bahn nach Stubben

Also machte sich der 55-Jährige auf den Heimweg und kam in Bremen an. Da der Bus nach Hagen um diese Zeit nicht mehr fuhr, blieb ihm nur der Zug nach Stubben. Von dort ist der Weg nach Hagen noch weit, erst recht mit einem defekten Rollstuhl.

Pflegedienst verweigert Mitnahme des gestrandeten Rollstuhlfahrers

„Deshalb habe ich in Bokel beim Pflegedienst nachgefragt, ob mich einer der Fahrer nach Hause fahren könnte“, so Bretzke. Doch draus wurde nichts.  „Außer in echten Notfällen dürfen wir grundsätzlich nur unsere Patienten transportieren“, sagt Milena Sachse, stellvertretende Pflegedienstleiterin des betreffenden Dienstes. Anscheinend lag aber kein Notfall vor. So musste Bretzke mit dem E-Rollstuhl bis nach Hagen fahren. Dort gab er seinen Rollstuhl bei "seinem" Sanitätshaus zur Reparatur. Diese dauerte übrigens zwei Wochen. (jsc)

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